Aus und vorbei!/ Over and out!

Unsere Thru-Hiker-Herzen brechen uns dabei, euch allen mitzuteilen, dass wir unsere Wanderung auf dem Te Araroa für dieses Jahr abbrechen müssen. Wie mir im Krankenhaus in Nelson bestätigt wurde, habe ich mir tatsächlich einen Leistenbruch zugezogen. An ein Weiterwandern ist für mich deshalb erst einmal nicht mehr zu denken. 😦 

Das nagt ein wenig an der ‚Hikerehre‘ 😉 , aber der Rest des Trails läuft uns ja nicht davon! 

Wir kommen wieder! 🙂

Wir hoffen euch hat unsere Reise so gut gefallen, wie sie uns gefallen hat!

Cheers und hoffentlich bis bald! 

Maria und David

P.S.: Wir werden noch ein wenig in Neuseeland bleiben und die Insel ohne ‚Hikerschuhe‘ erkunden.

Our thru-hiker-hearts are breaking, telling you all, that we have to stop our Te Araroa hike for this year.
They proved in the Nelson Hospital I really got a hernia. Hiking further is therefore no option for me anymore at this time. 😦

This is hurting our ‚hikers honor‘ a little 😉 , but the rest of the trail is not running away from us because of that.  

We will be back! 🙂

We hope you enjoyed our journey with us! 

Cheers and hopefully see you soon again!

Maria and David 

P.S.: We will stay a little longer  in New Zealand and discover the Island without ‚hiker shoes‘

Day 104 – 27. Feb: St Arnaud (17 km/ Total 1854 km)

We start our hike early today for St. Arnaud. The morning is cool and the hike is mostly roadwalk so we make good time even with swatting the enormous amount of sandflies off each other. 

By the time we arrive to town we have just gotten the last available room at the Alpine Lodge. Lots of hikers here! The hallway  where our room is has a distinctive smell of dirty hiker’s socks and shoe’s. We have dinner at the Alpine Lodge, trying their famous pizza. I overhear a man talking about fly fishing in the local area and he says he has heard a lot of hikers complaining about the sand flies. In his opinion the sandflies are tolerable because they help keep out the hikers. At that moment I really have to restrain myself from showing him the difference between a sandflies bite and a hikers hit. D.

  

Wir starten früh am Morgen Richtung St Arnaud. Es ist ein kühler Morgen und wir laufen zum großen Teil der Straße nach, so dass wir gut voran kommen, obwohl wir ständig damit beschäftigt sind, uns gegenseitig die unzähligen Sandfliegen vom Leib zu halten. 

The road to St Arnaud / die Strasse nach St Arnaud

Als wir im Ort ankommen ergattern wir gerade noch rechtzeitig das letzte Zimmer in der Alpine Lodge. Jede Menge Hiker sind hier. Der Flur zu unserem Zimmer verströmt einen ausgeprägten Geruch nach dreckigen Hikersocken und – schuhen. Beim Abendessen in der Alpine Lodge versuchen wir deren berühmte Pizza. Ich höre das Gespräch eines Mannes mit, der sich über das Fliegenfischen hier in der Gegend unterhält. Er berichtet davon, dass sich eine Menge Hiker über die Sandfliegen beschweren. Seiner Meinung nach sind die Sandfliegen tolerabel, da sie die Hiker fernhalten. In diesem Moment muss ich mich doch sehr zurück halten, ihm nicht den Unterschied zwischen dem Biss einer Sandfliege und dem Schlag eines Hikers zu zeigen. D.

Day 103-26. Feb: Red Hills Hut (18 km/ Total 1837 km)

Happy birthday!

Leaving Hunters Hut some of the hills look like the Hills in New Mexico. 

Today we have again steep climbs and a lot of river crossings making our feet wet. Yet we are still not cooling down and we are sweating beyond belief. This brings us to taking a dip in a side river pool to cool down our body core temperatures. The river beds, which luckily don’t have much water at the moment, thanks to the great weather in the last days,  are loaded with big boulders of past river floods. You wonder how strong the force must be which rolls these massive boulders down.

Arriving at Red Hills Hut clouds start rolling in fast and low, covering the landscape. Three more hikers show up. 

Tomorrow we will reach St Arnaud. From there we have to hitch a ride back to Nelson to see a doctor. After falling, it looks like Maria developed a hernia. We need to know, if we can continue hiking!

Temperature 15-30 degree Celcius 

 

Alles Gute zum Geburtstag!

Wir verlassen die Hunters Hut. Die Hügel hier sehen ein wenig so aus wie die in New Mexico.  

Heute haben wir erneut steile Anstiege zu bewältigen und nach dem Queren mehrerer Flüsse sind unsere Füße nass. Trotz allem kühlt uns das nicht ab und wir schwitzen unglaublich. Das führt dazu, dass wir unsere Körperkerntemperatur in einem kleinen Pool eines Seitenflusses absenken. Die Flußbetten, die Dank des schönen Wetters in den letzten Tagen nur wenig Wasser führen, sind gefüllt mit riesigen Felsbrocken, vergangener Fluten. Man muss über die Kräfte staunen, die diese gewaltigen Brocken den Fluß hinunter rollen können.

Als wir an der Red Hills Hut ankommen ziehen Wolken auf und bedecken rasch die Landschaft. Drei weitere Hiker tauchen auf.

Morgen werden wir St Arnaud erreichen. Von dort werden wir zurück nach Nelson trampen um einen Doktor aufzusuchen. 

Es sieht so aus, als hätte sich Maria nach einem Sturz einen Leistenbruch zugezogen.  Wir müssen wissen, ob wir weiterwandern können!

Day 102 – 25. Feb: Hunters Hut (17 km/ Total 1819 km)

Well it’s been two day’s without my other trekking pole now broken! Using one pole is ok, but when you are hiking down mountain tops of shale or slate rock you wish you had both, not just the one.

By the way: Maria’s cellphone display is cracked again, without the phone falling down.The repair wasn’t propper! 

What happens next? Maria is stung by a wasp on the foot. Glad that didn’t happen while climbing Mt.Rintoul. 

Today she had to fight her fear again, walking along the steep rivertrail. It doesn’t help that the profile of her shoes seems just to melt away wit every step. Even my boots, which I just bought in Wellington, are not performing well anymore. The volcanic boulders we are hopping across seem to tear and rip off the profile rubber soles of our shoes to easily.

But we are still happy hikers enjoying everything around us. It’s all to wonderful to let the little things get you down. Then … ‚wham’… I’m down. I mean really come‘ on: my knee hits the rock as it folds sideways. Well, we are past that now and continuing hiking. 

At the afternoon break, at Top Wairoa Hut, Maria goes to the toilet. 

Top Wairoa Hut: right upper corner is the horror-toilet/ rechts oben die Toilette des Grauens

She’s back pretty soon and I hear her yelling ‚Get the soap out! …uuuhhhggg, that’s so disgusting!!!‘. Seconds after that she comes running back to me with nothing on than her shirt, she grabs the soap from me and runs down to the river. What happened is: She put a ‚two pounder‘ in the toilet…which, unfortunately, wasn’t deep enough, so a good splash of the delicious soup came back up on her.
After propper cleaning we are hiking further up and along a beautiful mountain range 

before heading down to Hunters Hut, which we share with 5 other hikers. D.+ M.
Temperature 14-34 degree Celcius 

Es ist jetzt zwei Tage her, seit mir einer meiner Treckingstöcke zerbrochen ist! Mit einem allein kommt man zwar auch klar, wenn man aber die Berge auf Schiefergestein runter klettern muss, wünscht man sich doch beide. 

Übrigens ist das Display von Maria’s Handy schon wieder zerbrochen, ohne dass es heruntergefallen wäre. Die Reparatur war nicht die Beste! Und was geschieht dann? Maria wird von einer Wespe in den Fuß gestochen. Zum Glück ist das nicht während der Klettertour am Mt Rintoul geschehen! 

Heute musste sie, entlang des steilen Flußufers, wieder mit ihrer Angst kämpfen. Dabei hilft es nicht, dass das Profil ihrer Schuhe mit jedem Schritt dahin zu schmelzen scheint. Auch meine Schuhe, die ich gerade erst in Wellington gekauft habe, geben bereits den Geist auf. Das vulkanische Gestein, über das wir hier die ganze Zeit kraxeln, scheint das Profil unserer Gummisohlen ganz einfach zu zerfetzen. Trotz allem sind wir glückliche Hiker und geniessen alles um uns herum. Es ist viel zu schön, um sich von den kleinen Dingen herunter ziehen zu lassen. Dann …’wham’… haut es mich hin, mit dem Knie voll auf einen Stein, während es mein Bein zur Seite biegt. 

Nun, wir lassen auch das hinter uns und laufen weiter.

Am Nachmittag machen wir eine Rast an der Top Wairoa Hut. Maria geht zur Toilette. Sie ist sehr schnell zurück und ich höre sie schon von Weitem schreien:‘ Hol‘ die Seife raus! Uuughhhh, das ist so widerlich!!!‘ Sekunden später rennt sie an mir vorbei, mit nichts anderem an als ihrem T-Shirt, greift sich die Seife und rennt hinunter zum Fluß. Was geschehen war: Sie hat einen ‚Zweipfünder‘ in der Toilette versenkt, die, unglücklicher Weise nicht tief genug war. Eine ordentliche Ladung der köstlichen Brühe spritzte ihr deswegen aus der Toilette entgegen.

Nach einer gründlichen Reinigung steigen wir weiter auf und wandern entlang eines wunderschönend Bergrückens, 

bevor wir dann hinab zur Hunters Hut laufen. 

Diese teilen wir uns mit 5 anderen Hikern.

D.+M.



Day 101 – 24. Feb: Mid Wairoa Hut (15 km/ Total 1802 km)

We hit the trail at 8 o’clock this morning, feeling better than the day before. It’s hot at Purple Top (1498 m), our first and biggest climb today. 

View back from Purple Top to Mt Rintoul

It’s not even 9 o’clock yet!  Our destination is the Mid Wairoa Hut, 18 km away, with a river and some swimming holes to cool off. With some roller-coaster style up and downs through the Richmond Alpine Track we made our destination by 3 o’clock. 

Mid Wairoa Hut

Ankles and knees sore and twisted we make up our hut and jump right in the river to cool down. To bad there wasn’t a rope swing! We are clean, the clothes are clean and quick dry, and the sand flies are biting at our feet. D.
Temperatur 14-29 degree Celcius 

Um 8 Uhr morgens geht’s los und wir fühlen uns besser als gestern. Es ist heiss, oben auf dem Purple Top (1498 m), unserem ersten und größten Anstieg heute. 

At Purple Top

Es ist noch nicht einmal neun Uhr! Unser Ziel heute ist die Mid Wairoa Hut, 18 km entfernt, mit einem Fluß zum schwimmen und abkühlen. Nach einigen achterbahn- artigen Auf und Abs auf dem Richmond Alpine Track erreichen wir gegen 15 Uhr die Hütte. Mit schmerzenden Knien und verstauchten Knöcheln richten wir uns in der Hütte ein und springen danach direkt zur Abkühlung in den Fluß. 

Mid Wairoa Hut

Zu dumm, das es kein Seil über dem Fluß zum schwingen gibt. Wir sind sauber, die Kleider sind auch sauber und schnell trocken, und die Sandfliegen beißen sich an unseren Füßen fest. D.

    Day 100 – 23. Feb: Berge/ Mountains (18 km/ Total 1787 km)

    Heute sehen wir drei Te Araroa Northbound-Hiker. 

    Endlich sind wir in den Bergen und fühlen uns frei wie Adler, nicht mehr wie Würmer im Schlamm. 😉 Für einen Moment erinnert mich das Ganze an die Berge auf dem PCT und CDT. 

    Aber jede Rose hat auch Dornen, jedenfalls für mich heute. Der Aufstieg auf Little Rintoul Summit  (1643 m) und seinen großen Bruder Mt Rintoul  (1731 m) versetzt mich in Panik. 

    Es ist nur 1 km auf, 1 km ab, 1 km auf, 1 km ab. Aber du musst auf jeden Schritt achtgeben, hoch konzentriert, jede einzelne Sekunde. Diese beiden Berge sind ein einziger Haufen sich bewegender Steine. Nun, so hat es sich jedenfalls für mich angefühlt. Kleine, rutschende Steine, auf denen man keinen Halt findet. Große Steine mit messerscharfen Kanten. 

    Und nein, das ist noch nicht genug! Um es erste richtig interessant zu machen gibt es einige (ok, eigentlich war es nur eine 😉 ) schmale Stellen, an denen man mit Leichtigkeit schwer stürzen oder gar zu Tode kommen kann. Also versuche ich, nicht nach unten  zu schauen. Ich hyperventiliere beinahe, vor Anstrengung und vor Angst, versuche mich krampfhaft an Felsen festzuhalten – wenn es welche gibt – um einen sicheren Halt zu bekommen, und dann, versuche ich um so mehr, auch wieder los zu lassen. Ich weiss, ich kann hier nicht verweilen, aber jede einzelne Faser in meinem Körper sagt mir das Gegenteil. Immer wieder muss ich meine Angst überwinden und den ’sicheren Halt‘ gehen lassen. Ich schaue nach oben, suche nach dem nächsten Markierungspfosten und klettere einfach weiter. Immer wieder denke ich ‚das muss jetzt aber der letzte Markierungspfosten sein, das muss der Gipfel sein‘, doch dann tauchen einfach nur weitere Wegweiser vor mir auf und zerstören meine Hoffnungen. Endlich sind wir oben. Unsere Muskeln brennen und zittern. Ich muss mich setzen und kralle mich an dem einzigen sicheren Halt in dem Moment fest, David! Er hält mich fest, sagt mir nette Sachen (dass er Stolz auf mich ist und Ähnliches)… Ich bin nur froh, dass wir heil und in einem Stück oben angekomnen sind. Völlig erledigt kann ich mir endlich erlauben mich zu entspannen … UND… zu weinen. 

    Ich kann nicht gerade sagen,  dass ich Stolz auf mich bin. Die beiden Berge sind nicht wirklich sooo schlimm. In früheren Jahren wäre ich diese Hügel vermutlich wie eine kleines Zicklein hinaufgesprungen, aber es sieht so aus, als ob ich mit zunehmendem Alter immer mehr unter Höhenangst zu leiden habe. Gibt es dafür  irgendwo eine biologische oder logische Erklärung??? 
    Wir schlittern den Berg hinunter zur Rintoul Hut, nicht steil, aber eine lange Strecke, auf kleinen Steinchen und Sand, mehr wie beim Skifahren als laufend. Die Hütte teilen wir uns mit zwei weiteren Hikern.

    Eine davon schnarcht wirklich sehr und hält David dadurch wach.
    M.

    Temperatur 14-30 Grad Celcius 

    Today we see three Te Araroa Northbound-Hikers.

    We finally climb up mountains and feel free like eagles, not like worms in the mud anymore. 😉 For a second it reminds me at the PCT or CDT mountains. 

    But every rose has it’s thorns, well, at least for me today because the climb up to Little Rintoul (1643 m) Summit and his bigger brother Mt Rintoul (1731 m) is freaking me out. It’s just 1 km up, 1 km down, 1 km up, 1 km down. 

    But you have to watch every single step, highly concentrated, every single second. 

    Those two mountains are just a big pile of moving rocks. Well, that’s how it felt to me. Sliding little stones on which you can’t get any hold on. Bigger rocks with knife-sharp edges. And that’s not enough, no! To make it really interesting there are some (actually just one 😉 ) real narrow areas where you could fall down real bad or to death. So I try not to look down. I am nearly hyperventilating because it’s so exhausting and because I am scared. I try to grab the boulders – if there are any around- to get a safe hold, and then I try even harder to let them go. I know, I can’t stay here, but every fiber in my body tells me the opposite. Again and again I have to fight my fear and have to let ‚my safety‘ go. I look up, searching for the next marker pole, and just keep going. There are many times I think ‚that must be the last marker, that must be the top‘, but then just some more appear in front of me and destroy my hopes. Finally we are at the top. Our muscles are burning and shaking. I have to sit down and hold on to my only safe point at that moment, David. He holds me tight, says nice words (that he is proud of me and stuff like that), …. I am just glad we made it up here in one piece. I am exhausted and I finally can allow myself to relax … AND… cry. 

    I can’t say that I am proud of myself. I think those two mountains aren’t that bad. Maybe I would have jumped up those hills in younger years like a little goat, but it seems the older I get, the more scared I am in high altitude. Is there a biological or logical explanation for that out there, somewhere? ??
    We sliding down the mountain, not steep, but a long way, on little stones and sand, more skying than walking, to Rintoul Hut which we share with two other hikers. One of them snores real bad and keeps David awake.  M.

    Temperature 14-30 degree Celcius 

    Day 99 – 22. Feb: Starveall Hut(20 km/ 1769 km)

    We hike through forest today. Normal forest! No rainforest! Quite nice but with a lot of steep up and downs. At one point we have a great view around to the ocean and the outskirts of Nelson and to our upcoming climb to the Richmond Alpine area. 

    We pass two more huts and decide to fight the next climb to Starveall Hut.

    This was worth the torture. Now we have a view of the ocean on one side, and mountain view on the opposite side, a nice fire going and the little 6 bunk hut for ourselves. With cookies and milk as dessert, we get the energy back in our bodies. M.

    Heute wandern wir durch Wald! Laubwald, kein Regenwald! Schön, aber mit viel Auf und Ab. Von einem Aussichtspunkt aus haben wir einen tollen Rundumblick auf das Meer, die Vororte von Nelson und das vor uns liegende Richmond Alpine Gebiet. Wir kommen an zwei weiteren Hütten vorbei, entscheiden uns aber, den Kampf, mit dem nächsten Anstieg bis zur Starveall Hut, aufzunehmen.

    Und die Mühe zahlt sich aus! Wir haben nun zur einen Seite Meeres-, zur anderen Seite Bergblick, ein kleines Feuer lodert im Ofen und die Hütte mit ihren 6 Stockbetten haben wir ganz für uns allein. Mit Keksen und Milch zum Nachtisch, geben wir unseren Körpern die Energie zurück. M.
    Temperature 16-37 degree Celcius