Kategorie: j) Feb-2017

Day 80 – 3. Feb: Nichols Hut (12 km/ Total 1477 km)

Maria: In leichtem Regen geht’s los, vorbei an pelzigen Bäumen.

Bergauf, bergab. Ich stürze mehrmals. Wenn ich an die anderen meiner Trails denke, kann ich die Stürze an einer Hand abzählen. Hier auf dem TA ist dies sozusagen das tägliche Pensum. Heute sehen wir tatsächlich zum ersten Mal hier in den Tararua Ranges die Sonne und sogar ein wenig blauen Himmel (wenn auch nur für wenige Sekunden). Der Nebel und die Wolken verziehen sich ganz kurz und wir erhaschen einen Blick auf gewaltige bewaldete Bergrücken und einen Fluß. Die Ranges müssen wirklich toll sein – wenn man sie sehen kann!
Es ist windig und geht steil bergauf. Zum Teil klettern wir, versuchen mit Händen und Füßen Halt zu finden. Als ich so ‚im Berg‘ hänge, und ich mich – mehr oder weniger verzweifelt – an einem Grasbüschel festkralle, dass sich bedenklich locker zur Seite neigt, schießt mir der Gedanke durch den Kopf: ‚ich hätte in Levin besser auf die zweite Pizza verzichten sollen‘. 

Temperatur: 11-26 Grad Celsius 

David: Das Wandern heute war eine Herausforderung. Maria ist ein paar Mal filmreif gestürzt, Füße voraus und harte Landung auf dem Rücken. Leider lief die Kamera nicht mit. 😉 ‚Unsere‘ Hütte haben wir heute makellos rein hinterlassen.

Ready to leave Te Matawai Hut/ bereit aufzubrechen

Wir sind zur 12 km entfernten Nichols Hut gewandert. Entlang der Bergrücken, mit deutlichen Höhenunterschieden. Die Hütte stinkt schrecklich. Der Gestank von etwas Verrottetem an der Tür. Maria hat für uns zwei Matratzen mit Reinigungsmittel abgewischt. Nun riecht es wenigstens besser als zuvor. Nichols Hut ist für sechs Personen gedacht. Es sind fünf Hiker hier. Der junge deutsche Hiker, Nikita, die beiden Zwillinge Mike und Dave aus den USA und ich und Maria. Das Wetter war besser heute. Nur etwas leichter Nieselregen und Wolken. Keine große Aussichten auf irgendeinem der Berge oder Aussichtspunkte. Nur Nebel, Nebel und noch mehr Nebel. Meine neuen Stiefel sind Mist. Sie fallen auseinander. Das rechte Knie tut mir deswegen weh. Ohne Halt durch die Stiefel rutsche ich ständig. Ich habe keine Bodenhaftung. Wir werden neue Schuhe in Wellington kaufen. Dieser Abschnitt des Weges war zu viel für die Schuhe.

Nichols Hut

Maria: We start in light rain, passing by some furry trees. 

Uphill, downhill. I fall a few times. Thinking about all the other trails I did so far, I can count my falls on one hand. On the TA this is so to speak the daily average. Today we see the sun and even a little piece of blue sky for the first time here in the Tararua Ranges (but just for seconds). The fog and the clouds move away for a brief moment and we can catch a glimpse of enormous tree-covered mountain ranges and a river. The Tararua Ranges must be really great – if you can see them!

It’s windy and it is a steep uphill. Partly we have to climb, try to get hold with hands and feet. As I am hanging there ‚in the mountain‘, trying – more or less desperate – to cling on a tuft of grass, which is bending questionably loose to the side, a thought shoots through my head: ‚ I should have went without the second pizza, back there in Levin‘!

David: Travelling today was a chore. Maria fell a few times just like in the movies feet out in front, then hard landing on her back. Too Bad the camera wasn’t on. 😉

‚Our‘ hut we left immaculate spotless. We travel to Nichols Hut, 12 km away. All mountain range hiking. Lots of changing elevation. The hut smells awful. The stench of something rotten at the door. Maria cleaned our mattresses with some cleaner. At least it smells better than it did in here. Nichols Hut is a six men hut. There is five of us now. The young  German hiker, Nikita, the twin brothers Mike and Dave from the US and me and Maria. The weather held out today. Some light drizzle and just cloudy. No great views on top of any mountain viewing areas. Just fog, fog and more fog. My new boots suck. They fall apart. My right knee hurts because of that. Without support of the boots I am slipping. I have no traction. We will buy new boots in Wellington. This part of the trail was to much for them. 

Nichols Hut

Day 79 – 2. Feb: Wir bleiben noch einen Tag/ We stay another day 

Maria: Wir bleiben in der Te Matawai Hütte. Der frühe Morgen sieht zwar vielversprechend aus (endlich sehen wir mal etwas von der Umgebung und nicht nur Nebelschwaden und Regenwolken), über den InReach-Explorer stehen wir aber mit unseren Trailangeln Elmar und Frieda in Verbindung, die uns den Wetterbericht durchgeben. Regen und Sturmböen sind angesagt. Wir bleiben!!! 

Endlich etwas Aussicht/ finally a little view

Danke für die Wetterberichte! Ich nutze die kurze Zeit ohne Regen und zerre lose Äste aus dem Busch zur Hütte. Gestern hatten wir bereits einiges an nassem Holz in die Hütte geschafft und tatsächlich noch ein Feuer gezaubert, mit Hilfe von Eukalyptusöl (Insektenrepellent), Papier, den Wachsresten abgebrannter Kerzen, einem Tampon und kleinen Holzspänen die David mühsam mit seinem Messer geraspelt hat. 

Te Matawai Hut

Auch heute schaffen wir es wieder ein Feuer zu entfachen und es ist heiß genug auch das nasse Holz zu verbrennen. 🙂 Nun sitzen wir hier, zerkleinern Holz, die Wäsche hängt zum Trocknen, wir essen, spielen Dame… Tische und Bänke sind mittlerweile sauber gewischt, der Boden gefegt,  wir haben einen Besucher (TA-Hiker aus Deutschland), der aber unbedingt in strömendem Regen weiter will. Seit Stunden SCHÜTTET es ununterbrochen. Ich hoffe wir werden nicht weggeschwemmt. Außerdem müsste ich mal auf Toilette. Die ist aber knapp 30 Meter von der Hütte entfernt. Trocken ist das nicht machbar! Mal sehen, wie lange ich es aushalte bevor mir der ‚Arsch platzt‘. 😉

  
David: Wir werden das Wetter einen Tag hier aussitzen. Eigentlich wollten wir heute einmal ausschlafen. Dazu ist es nicht gekommen. Wir stehen früh auf und tun, was Hiker eben so tun! Vorbereitungen treffen, in Bewegung bleiben! Der Regen gestern ist nichts, im Vergleich zu dem, was heute runterkommt. Wir zersägen nasses Holz seit wir hier angekommen sind. Mit dem Fuchsschwanz, einer der hier vorhandenen Sägen, könnte man noch nicht einmal Butter schneiden. Und von der anderen Handsäge löst sich ständig das Sägeblatt. Wir haben das Problem mit Sport-Tape gelöst. Nun sägen wir den ganzen Tag Holz. Was für eine Freude! 😦 Unser Feuer brennt gut, 50 % unserer Ausrüstung ist bereits trocken. 

Kleider trocknen/ drying clothes

Bis morgen müsste alles trocken sein. Wir dachten es wäre interessant herauszufinden, wie viel Wasser hier pro Stunde runter kommt und haben deswegen den Jetboil (meinen Kochtopf) nach draußen gestellt. Ich denke wir sind Hiker und Meteorologen! Zumindest haben wir dadurch noch etwas anderes zu tun als Holzhacken, den Ofen befeuern und Dame spielen. Als wir gestern hier ankamen waren wir völlig durchnässt. Wenn ich es in Worte fassen würde,  wie nass wir waren: Fische im Meer sind trockener als wir es gestern waren. Seit gestern hatten wir nur eine kurze Unterbrechung des Regens. Die kleine Regenfront hat einer großen Front Platz gemacht, die uns einen schönen Fluß entlang des Weges zur Toilette hinterlässt. Wir haben gestern etwas Verpflegung in der Hütte gefunden – eine ungeöffnete Packung Vegemite-Brotaufstrich, ein paar Nudeln, Cracker und Wraps. Wir haben das Vegemite gegessen. Es schmeckt nicht schlecht, eigentlich ziemlich gut. Nun verstehe ich endlich,  was die hier in ‚down under‘ unter einem Vegamite-Sandwich verstehen.

  
Maria: We stay at the Te Matawai Hut. The early morning looks promising (finally we can see something of the environment, not just fog and rain clouds) but with the InReach we stay in contact with our trailangels Elmar and Frieda and they send us the weather forecast. Rain and heavy gusts of wind are pronounced. We stay!!! Thanks for the weather forecast! I use the short time without rain and drag some wood out of the bush to the hut. Yesterday we already carried some wet wood into the hut and really managed it to start a fire with the assistance of eucalyptus oil (insect repellent), paper, the wax of some burned down candles, a tampon and little wood chips David grated arduous with his knive. Today we get a fire started again and it’s hot enough to burn even all the wet wood. Now we are sitting here, splitting wood, hanging the clothes to dry, we eat, play checkers … 

Te Matawai Hut

The table and the benches we cleaned, the floor is swept and we get a visitor (a TA hiker from Germany). But he absolutely wants to hike further… in pouring rain! It‘ s POURING now for hours without interruption. I hope we will not get washed away. Besides I have to go to the toilet! But the toilet is arround 30 meters away from the hut. No chance to get there and stay dry! Let’s see how long I can stand it! 😉

 

David: Well, we planned on sleeping late today since we already made plans to stay and wait out the weather one more day. But that didn’t happen. We are up early doing what hikers do! Preparing and staying busy. Yesterday’s rain was mild in comparison to today’s. We’ve been sawing wet wood since we arrived, more so today. 

Am Ofen aufwärmen / enjoy the warm stove

One saw is a carpenters saw that couldn’t cut butter, the other a cross-cut handsaw for small limbs, but the blade always falls off the front of it. We fixed that problem with first aid tape. Now we just cut wet wood all day – joy! 😦 Our fire is going well though and the gear is 50% dry. We should be ready by tomorrow. We thought it would be interesting to find out how much water we are getting per hour so we have the Jetboil (my cooking pot) outside filling up as we measure. We are hikers and meteorologists, I guess. At the very least it gives us something to do than just chop wood, fill stove or play checkers. When we arrived yesterday we were soaked! If I had to say how wet…well, lets put it this way: fish in the ocean are dryer than we were yesterday. But since yesterday we had a brief stopping of rain. 

Te Matawai Hut

The small storm left and now the big storm arrived, leaving us with a beautiful footpath river to the toilet. We found some food when we arrived yesterday – an unopened Vegemite spread, some noodles, crackers and bread wraps. We’ve been eating the Vegemite. It’s not bad, it’s pretty tasty. Now I know what the group ‚men from down under‘ mean when they say ‚a Vegemite sandwich‘!

Day 78 – 1. Feb: Te Matawai Hut (5 km/ Total 1465 km)

Maria: Strömenden Regen. Alles wie gestern. Sehr anstrengend! Die Hütte ist nicht so schön wie die erste, hat aber einen kleinen Holzofen. Nur: es gibt kein Holz. Kein trockenes Holz!

David: Es regnet und die Vorhersage für morgen verspricht starken Regen, und für übermorgen… nun, vergesst die Vorstellung von irgendeiner tollen Aussicht auf den Berggipfeln. Es ist aber klasse, all die kräftig leuchtenden Farben im Wald zu sehen. Der Boden ist dunkel, mit nassem Laub bedeckt, die Farne erscheinen in allen Schattierungen zwischen dunkel- und hellgrün. Obwohl sich die Sonne versteckt hält, erstrahlt der Wald in voller Schönheit. Der Weg ist matschig und der Schlamm stellenweise so tief, dass man sich manchmal fragt: „Hey, wo ist denn mein Fuß geblieben? Mensch, das war doch tiefer als ich dachte!“ Wir haben von Hikern gehört, die sich hier auf dieser steilen, schlammigen Strecke verletzt haben. Es ist aber nicht so schlimm – wir haben es zur Hütte geschafft. Völlig durchnässt. Aber das macht nichts. Die Hütte ist trocken. Wir haben Wasser hier und einen trockenen Platz zum essen und schlafen. 

Maria: Pouring rain.  No changes to yesterday.  Very exhausting! The hut isn’t as nice as the first one but has a little wooden stove.  But: there is no wood, well, no dry wood!

David: The day is rain and the forecast tomorrow heavy rain, and the day after… well,  forget the idea of any great view from top of the mountain. Well at least we are happy there still is vibrant colors in the forest. The ground is dark with wet leaves, the ferns are dark green and light green all mixed through. Even with the sun ‚hiding‘, the forest is still beaming with beauty.  The trail is muddy and the mud is deep in places. Sometimes you wonder as you step „where did my foot go? Boy, that was deeper than I thought!“ We heard about other hikers have been hurt lately trying to get here because of this steep muddy climb. We can tell you it isn’t that bad – we made the hut, completely wet. But that doesn’t matter. The hut is dry, we have water here and a dry place to eat and sleep.