Kategorie: h) Jul-2015

86. Tag (on trail) Fr 10.07.2015

Kalt war es heute Nacht und zweimal wache ich dadurch auf, dass ich den kalten Boden unter mir spüre! Meine Luftmatratze scheint irgendwo undicht zu sein! Zuerst vermute ich, dass ich das Ventil nicht richtig geschlossen habe, doch ich muss die Matratze noch ein weiteres Mal aufblasen. Also wohl doch eher ein Loch.
Vom gestrigen Hagelschauer sind morgens noch vereinzelte Überreste zu finden.

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Tagsüber hält sich das Wetter  weitgehend und wir können die An- und Abstiege genießen. Das Laufen fällt mir heute wieder leicht. Zum Glück!

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Auch heute sind wieder jede Menge Hiker auf dem Colorado Trail Richtung Süden unterwegs. Darunter eine herzerfrischend fröhliche Dänin mit der ich ein paar Worte wechsle.

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Das CDT Zeichen und das Symbol für den Colorado-Trail

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Tiere gibt es, außer einigen Hörnchen und Vögeln, nicht zu sehen. Zu viel Verkehr hier draußen!

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Mit dem letzten Abstieg für heute erreichen wir erneut den Highway 24, der nach Leadville führt. Anstatt hier zu campen,  trampen wir lieber wieder nach Leadville zurück und hauen uns die Bäuche mit Pizza, Knoblauchbrot, Salat und Eiscreme  voll.
Morgen trampen wir dann wieder zum Trail und ziehen weiter.

Wohlgenährte und zufriedene Grüße aus Leadville!

Eure Maria

Maximaltemperatur 31 Grad Celsius
Nachts 5 Grad Celsius
Maximalhöhe 3569 Meter

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85. Tag (on trail) Do 09.07.2015

Fast vor der ‚Haustür‘ bekommen wir eine Mitfahrgelegenheit zurück nach Twin Lakes,

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Blick auf die Twin Lakes

von wo aus wir wieder Fuß auf den Trail setzen.
Vorbei, die Tage der ‚Völlerei‘.
Ich werde sie vermissen, die tägliche Portion fritierten Rosenkohls. Der Rosenkohl hier ist etwas größer als die kleinen ‚Knöllchen‘ bei uns und lässt sich super knusprig fritierten. Dann noch ein wenig Salz dran…. Lecker!!!
Nach den vielen ‚vertrödelten‘ Tagen in Leadville komme ich mir allerdings so untrainiert vor wie am ersten Tag auf dem CDT. Die Beine wollen sich einfach nicht mehr an ihre bisherige Leistung erinnern, und hängen schwer und globig an meinem Körper. Deswegen, und aufgrund der Gewitterlage, bin ich froh, dass wir Mount Elbert,  den höchsten Berg in Colorado, nicht besteigen müssen, sondern umgehen können.

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Während es dort oben immer wieder mal rumpelt und irgendwer eine Art ‚Lasershow‘ zum Besten gibt, bleiben wir bis zum Abend weitgehend von Niederschlägen verschont. Auch die Kopfschmerzen haben sich heute noch nicht gemeldet. 🙂

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Kaum ist jedoch ein wärmendes Lagerfeuer entfacht, fängt es an zu hageln, dann zu regnen und schließlich zu gewittern. Also gut, dann eben gleich ins Zelt. 😦
Brrrrr…ist das kalt heute Nacht!

Euch wünsche ich eine wohltemperierte gute Nacht!

Eure Maria

P.S.: Unzählige Hiker sind unterwegs. Aber kein CDT-Hiker! Die meisten machen Tagesausflüge oder beschränken sich auf den Colorado-Trail. Richtig überlaufen,  die Gegend. Leider gibt es deswegen auch keine Tiere zu sehen. Bärendreck, ja! Kratzspuren von Bären an Bäumen, ja! Aber Meister Petz bleibt unsichtbar.

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Maximaltemperatur 37 Grad Celsius
Maximalhöhe 3451 Meter

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82. – 84. Tag (Leadville) Mo 06.07.2015 – Mi 08.07.2015

Montag:
So, jetzt reichts! Heute geht’s zum Arzt. Ich will jetzt wissen woran ich bin, mit meinem Brummschädel.

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Alles ok! Wie bereits vermutet keine Höhenkrankheit! Der Blutdruck ist zwar leicht erhöht,  aber unbedenklich und zu erwarten in dieser Höhe. Alles deutet lediglich auf Verspannungen, ausgehend vom Nackenbereich, hin. Werde nun sehen, dass ich mir, bei einem Aufenthalt in einer Stadt, schön den Nacken und Rücken massieren lassen. Zwischenzeitlich muss ich sehen,  dass ich meine ‚Schlafzimmer‘-Situation verbessere. Keine Ahnung wie, aber mir wird schon was einfallen.

Dienstag:
Was für ein Wetter. Regen! Gewitter! Wir können die Berge gar nicht mehr sehen vor lauter Wolken. Gut, dann bleiben wir noch länger in Leadville und sitzen das Wetter aus. Ich nutze die Zeit und bekomme tatsächlich einen Massagetermin. Mmmmhh…das tut gut.  Die Therapeutin zeigt mir auch gleich noch ein paar Dehnungs-und Lockerungsübungen für meinen geschundenen Nacken.

Mittwoch:

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Ein Kommentar erübrigt sich!!! 😦 😦 😦

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79.Tag (on trail + Leadville) Fr 03.06.2015

Frisch und erholt geht es direkt nach dem Aufstehen und dem  Zusammenpacken von ‚Sack und Pack‘ hinauf zum Hope Pass.

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Schritt für Schritt, Schweißtropfen für Schweißtropfen geht es hinauf. Nach knapp drei Stunden sind wir oben, am Pass. Dort sind Buddah-Fähnchen, die selben wie in BJ und Bill’s Garten. Treffend, für den ‚Pass der Hoffnung ‚!

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Obenauf!

Wir genießen zusammen mit Tragic und Tribute die Aussicht bevor es wieder ins nächste Tal Richtung Twin Lakes geht.

Um Twin Lakes zu erreichen kürzen wir ab. Wir laufen nicht um die beiden Seen herum sondern durchqueren den zuführenden Fluß (Boston Bones geht dabei baden 🙂 )  und das daran anschließende Feuchtgebiet. Nicht lustig, mit rotierenden Armen die Horden von Stechmücken abwehrend, im stinkenden Schlick und Brackwasser zu versinken. Aber es ist kürzer!! Und bald schon sitzen wir bei kühlen Getränken und Eiscreme in Twin Lakes, checken die Öffnungszeiten des Postamtes in Leadville, wegen des bevorstehenden Feiertages, und entscheiden uns dann, nach Leadville zu trampen, um noch heute unsere Pakete in Empfang zu nehmen, anstatt erst nach dem Wochenende.

Auf der Post treffen wir weitere Hiker mit ihren Versorgungspäckchen und werden für morgen zum Grillen eingeladen. Klasse!

Bis bald!
Eure Maria

Maximaltemperatur 42 Grad Celsius
Nachts 9 Grad Celsius
Maximalhöhe 3810 Meter

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78. Tag (on trail) Do 02.07.2015

Nächtliches Gewitter. Nun ja, eigentlich nur ein einziger greller Blitz und direkt darauf der dazugehörige Donnerschlag.
Aber uns hat es nicht erwischt! Alle Zelte samt Insassen sind unversehrt.

Ein steiler Aufstieg steht bevor. Tragic und Tribute sind bereits vor uns aufgebrochen. Immer wieder treffen wir auf die beiden. Die letzten Kilometer des Aufstiegs, kurz vor dem Pass, sind sehr anstrengend. Vor allem, weil ich versuche mich zu beeilen, den Pass zu erreichen und abzusteigen BEVOR sich die Wolken weiter verdichten. Atemlos komme ich endlich oben an.

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Auf dem Pass (Blick zum Abstieg)

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Auf dem Pass (Rückblick)

Es beginnt leicht  zu regnen. Der Regen geht in Hagel über… aber nur kurz. Dann ist es wieder trocken und windig. SEHR windig! Wir müssen nur ein kleines Schneefeld von knapp drei Metern kreuzen

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um auf einem rutschig, steinigen Pfad absteigen zu können. Doch die Kombination aller Faktoren frisst an meinen Nerven! Das Adrenalin vom Aufstieg, der Wind, die Höhe, das drohende Gewitter, der rutschige Pfad….meine Nerven liegen blank. Ich zittere am ganzen Leib. Boston Bones will noch ein wenig pausieren. Das kann ich jetzt nicht! Wenn ich nicht gleich absteige, solange ich noch ein wenig Mumm in den Knochen habe, werde ich mich vor Angst gar nicht mehr bewegen können.
Also zittere ich mich über den Schnee, hinunter auf den Schotterweg, den Blick fest auf den Boden geheftet. Zwischendurch muss ich mich kurz hinknien, um wieder zur Ruhe zu kommen. Je weiter ich absteige um so ruhiger werde ich.

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Lake Ann (direkt hinter dem Pass)

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Doch das Adrenalin schiesst noch eine Weile durch meine Adern und hilft dabei, ein paar Meilen mehr zu absolvieren als geplant. Entlang des South Fork Clear Creek (übervölkert von Wochenendcampern), vorbei an Winfield

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zum Fuße des nächsten zu erklimmenden Berges. Dort schlagen wir die Zelte auf. Auch die beiden anderen trudeln wieder ein.

Gute Nacht!
Eure Maria

Maximaltemperatur 31 Grad Celsius
Nachts 8 Grad Celsius
Maximalhöhe 3826 Meter

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77. Tag (on trail) Mi 01.07.2015

Was muss ich da nach dem Frühstück

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in Tin Cup hören? Deutschland ist gegen die USA aus der WM ausgeschieden? Im Fußball ?! Nun ja…. Die Amerikaner sind im Aufwind…  und bereiten sich überall auf den 4. Juli,  den Independence Day, vor.

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Boston Bones hat bereits vor Tagen ein kleines Tischfeuerwerk besorgt, um es auf einem Berggipfel zünden zu können, falls wir nicht rechtzeitig einen Ort zum feiern erreichen.

Wir starten recht spät und erste Gewitter ziehen bereits gegen 12.00 Uhr mittags auf.

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Also rasch über den Berg (mit Blick auf das Taylor Park Reservoir) bevor wir ‚erleuchtet‘ werden.

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Taylor Park Reservoir (hinten links)

Vorbei an von Bibern angestauten Flüsschen. Die kleinen Wichte sind hier emsig bei der Arbeit. Wir sehen einige Biberdämme und – bauten. In den angrenzenden Wäldchen sind etliche Bäume an- und abgenagt.

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Wer weiß,  vielleicht eine nahrhafte Ergänzung der Hikerkost?

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Und ich traue meinen Augen nicht! Wer kommt uns denn da entgegen?! Genny und Seth! Schön, die beiden mal wieder zu sehen.

Abends sitzen wir am Lagerfeuer, als zwei weitere Hiker, Tragic und Tribute, zu uns stoßen und das Camp mit uns teilen.

Heute komme ich ohne Kopfschmerztabletten aus!
Ich hoffe das bleibt so!

Eure Maria

Maximaltemperatur 37 Grad Celsius
Nachts 9 Grad Celsius
Maximalhöhe 3674 Meter

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