Kategorie: 2012 PCT

tag 132 14.08.12 (mi 2249,5)

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jepp, das war mal wieder ein wahnsinns tag! wunderschön, traumhaft, ganz nach meinem geschmack!

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zu anfang noch eine strecke im wald,

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(foto: jordan beim filtern des wassers) doch dann ging’s stetig bergauf, hinaus auf offenere flächen, wind im haar (und um die nase ( 😉 ), schneereste, blumen in hülle und fülle,

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ein wahnsinns geruch in der luft, prächtige farbenspiele, der himmel, das grün der frischen pflanzen, das blau, rot und gelb der BLUMEN,….klasse ausblicke auf mt. st. helens

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, mt. adams

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und mt. rainer.

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beinahe konnte ich diese schönheiten nicht bewundern, denn im wald bleibt jordan plötzlich und völlig unerwartet stehen und schreit auf. vor schreck zieht sich mein herzmuskel zu einen kleinen knoten zusammen und hätte sich fast nicht mehr ausgedehnt. als ich nach dem grund seines markerschütternden schreies suche, bereits mit bigfoot oder einer hikerleiche, eingequetscht unter einem baum, rechne, sehe ich…..NICHTS! nichts bedeutendes jedenfalls 🙂 . lediglich eine kleine spinne hatte ihr netz direkt über den trail gespannt und jordan meinte seine nase in ihre angelegenheiten stecken zu müssen 🙂 . im nachhinein beschreibt er dieses posierliche tierchen als eine riesige bestie mit mindestens zwölf beinen. na ja, hiker-latein eben! 😉 ein weiteres mal wäre ich heute fast zu tode gekommen, dieses mal aber vor lachen. 😆 über ein schneefeld laufend rutsche ich plötzlich aus, versuche mich zu fangen, rutsche aber sofort wieder aus. wie auf einem frisch gewachsten boden oder auf einem stück seife schlittern meine füsse ständig vor und zurück ohne mich fortzubewegen, : lol: wie im comic, bevor speede gonzales zu seinem run startet. letztlich zwirbelt es mich doch noch hin, aber vor lauter lachen spüre ich überhaupt keinen schmerz. ich hätte beinahe eingenässt und als jordan nach einer weile um die ecke kommt, wundert er sich natürlich warum mir die tränen in den augen stehen und ich mir den bauch halte. 😆

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unser camp unter freiem himmel am fusse des mt. adams, mit sicht auf mt. ranier und viele kleine hügel. wunderschön! katzenwäsche im eiskalten gletscherwasser. brrrrr…. immer wieder hören wir die schneefelder oben im berg knacken und krachen. mal sehen, ob sich da heute noch was löst. apropos lösen…. ich geh‘ dann mal…. 😉

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tag 131 13.08.12 ( mi 2232,5) trout lake creek

in der nacht habe ich keinen bigfoot gesichtet, gehört oder gerochen…. dafür rückt mt. adams immer näher.

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morgen werden wir westlich dieses berges campen und vermutlich eine bombenaussicht haben. anschliessend kommt mt. ben, mt. hoss, mt. little joe und mt. hop sing. heute gab’s endlich wieder ein wenig schnee zu sehen und die temperaturen waren angenehm zu laufen. hoffentlich bleibt das so oder wird noch besser (kühler)! guten abend und gute nacht!

tag 130 12.08.12 (mi 2214)

alles gute zum geburtstag! nachtrag zu gestern (trout lake): es ist wochenende und alles belegt. kein zimmer, keine badewanne, kein bett… also trotten wir richtung angewiesenen  campingplatz. doch  auf dem weg dorthin treffe ich maria-theresa, ihren rasen wässernd, vor ihrem haus, unterhalte mich mit ihr und sie bietet uns ihr kleines gartenhäuschen an. es ist noch nicht fertig und noch nicht für gäste vorbereitet doch mit wenigen handgriffen ist der alte plunder in der garage untergebracht, gardinen aufgehängt und das räumchen ausgefegt.

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12.08.: high noon!!! zurück auf dem trail! es ist unerträglich warm. zwischendurch werden wir wenigstens durch den anblick von mt. hood, mt. st helens und mt. adams belohnt. das geplante camp am blue lake ‚fällt ins wasser‘. der see ist total überlaufen, jede menge day-hiker und angler.

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in nur wenigen schritten laufen wir hoch zum lake sahalee tylee.

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platz genug! erfrischendes bad,

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lagerfeuer,

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kartoffeln mit butter…mmhhhh, lecker. wir befinden uns hier übrigens im bigfootland! AH JA! die glauben hier zum teil wirklich an diese pelzigen riesen. wenn es schon mit den bären fotos nicht geklappt hat….dann eben mit einem bigfoot. 😉

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da fällt mir gerade auf…. sind jordans neue schuhe nicht größer als das letzte mal? und sind da nicht plötzlich ein paar haare mehr zu sehen? also ich weiss ja nicht…

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tag 129 11.08.12 (mi 2206,5) trout lake

mensch hab‘ ich schlecht geschlafen, wenn überhaupt! war zwar hundemüde, konnte trotzdem nicht einschlafen. dafür aber ein klasse sternenhimmel.  als ich mich nachts im dunkeln aufmache die blumen zu giessen und die ersten tropfen fröhlich den hang hinunterkullern, höre ich jordan laut ‚wow‘ rufen. im ersten moment erschrecke ich, weil ich annehme mich nicht weit genug vom lager entfernt zu haben, im nächsten augenblick überkommt mich eine art erzeuger-stolz über den kräftigen strahl der sich wohl nicht unbemerkt seinen weg gebahnt hat und zuletzt wird mir klar,  dass weder ich noch meine produkte für aufsehen gesorgt haben, sondern eine gigantische sternschnuppe die aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. ein wenig enttäuscht kehre ich in meinen schlafsack zurück und zähle sternschnuppen….reichlich…jede menge…faszinierend

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morgens dann schlecht gelaunt aufgestanden! nach dem ersten warmlaufen war ich dann aber wieder obenauf.

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gegen mittag erreichen wir eine strasse und lassen uns nach trout lake mitnehmen. mampf, mampf….vorräte, dusche (münzen haben nur für 5 minuten gereicht und so konnte ich schauen, wie ich die restliche seife aus den haare bekomme), mampf, schlemm, ausruhen….. gute nacht!!! 🙂 🙂 🙂

tag 128 10.08.12 (mi 2197,5)

am frühen morgen werden wir von ‚moisture in the sky‘ geweckt. in deutschland, lieber jordan, nennen wir das ‚regen‘! also noch fix die zelte aufgebaut und weitergeschlafen. und dann, nun ja….was soll ich sagen…wieder wald heute, jede menge wald….mit großen und kleinen bäumen, mit nadeln und laub, einzelnen farnen, ganzen farnfeldern….wald eben! einmal kurz eine wiese,

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zwei flüsschen zum baden (endlich die salzkruste von gestern loswerden, wenn auch nur für kurze zeit!) und wieder wald. hoffentlich geht’s bald wieder hoch hinauf…ich vermisse die frische kühle luft, die weite, die aussicht und, ja, doch, auch den schnee!!!

tag 126 08.08.12 (mi 2161)

und los geht’s!

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gut gelaunt und frischen mutes über die ‚bridge of the gods‘ nach washington, dem letzten staat den es zu durchqueren gilt.

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aber…wir kommen nicht weit! auf der anderen seite warten jede menge brombeeren darauf vertilgt zu werden…und wir wollen sie ja nicht enttäuschen!

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überhaupt scheinen gerade alle beeren gleichzeitig reif zu sein. bronbeeren, blaubeeren, himbeeren,…. nach wie vor bin ich noch sehr müde und nach bereits 6 meilen beenden wir den hiking-tag und machen es uns am lagerfeuer gemütlich. irgend ein kleines, schwarzes, pelziges etwas leistet uns dabei gesellschaft und trippelt um uns herum. könnte eine art spitzmaus sein….hab‘ so was aber noch nie gesehen….

tag 125 07.08.12 cascade locks

heute sind die einkäufe dran. alles wieder schön im rucksack verstauen und der rest geht ab zur post. ein paket, mit klamotten und dingen, die ich nicht mehr brauche, macht sich auf den weg zurück nach deutschland.

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eigentlich wollten wir heute wieder auf den trail, mir fallen aber ständig die augen zu. also: umzug in ein motel nach cascade locks und noch ein tag schonfrist!

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tag 124 06.08.12 hood river

so, erst mal mein paket von der post abgeholt. dann zurück ins motel auspacken, akkus laden ( sämtliche steckdosen sind gefordert), nachfolgende etappen und versorgungspunkte sichten, entsprechende proviantpakete planen und einkaufsliste erstellen, körpereigene akkus zwischenzeitlich ebenfalls mit allerlei leckereien aufladen, rucksack komplett leeren und den inhalt geschickt im gesamten raum verteilen ( es sieht aus wie nach einem bombenangriff!!!), alles reinigen so gut es geht, ausbessern, frisch in tüten verpacken, austauschen, wegwerfen wenn nicht mehr zu vertreten…..so gehen stunden ins land und nur die verabredung mit jordans freunden zum abendessen bringt ein wenig abwechslung und entspannung.
abends falle ich hundemüde ins bett.
die letzten tage waren doch recht anstrengend. lange etappen bei wenig schlaf, mein knie, der ärger über die strecke am eagle creek….

tag 123 05.08.12 hood river

kurzer abstecher nach portland um die ausrüstung aufzustocken (t-shirt) bzw. um diverse artikel umzutauschen. es ist sonntag, die post hat leider zu und so muss ich bis morgen warten, bevor ich meine bounce-box abholen kann, um die  weiteren etappen vorzubereiten. übernachtung in einem motel in hood river.

tag 122 04.08.12 (mi 2155) cascade locks

die nacht verläuft zwar ruhig, ich kann aber trotzdem nicht schlafen. ständig wälze ich mich hin und her. gegen 2.00 uhr habe ich die schnauze gestrichen voll, stehe auf, packe meinen krempel zusammen und laufe los. bei mondschein und einem warmen wind. es ist herrlich durch diese stille zu wandern, ab und zu durch den wipfel der bäume einen blick auf die sterne zu erhaschen und all die gerüche des waldes so intensiv wahrzunehmen. als ich offenes terrain betrete sehe ich die volle pracht. sterne, jede menge sterne, lichter eines dorfes, den mond und die umrisse der berge. die felsbrocken hier strahlen noch die wärme des vergangenen tages ab. man könnte mit geschlossenen augen laufen und trotzdem wüsste man, aufgrund der temperaturschwankungen,  genau, ob man neben einem stein steht, im schutz der bäume läuft oder auf freiem feld steht.  herrlich! und dann….der sonnenaufgang. mt. st. helen im frühen morgenlicht, kolibris, rehe… wunderschön!

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frühstück nehme ich zusammen mit einem section-hiker ein – ‚picks up stones‘, ein geologe, den ich in seinem camp antreffe. dann geht’s weiter. ich verlasse den pct , um eine empfohlene ersatzroute entlang des eagle creeks zu laufen. bekannt wegen seiner herrlichen wasserfällen u.a. dem ‚tunnel-fall‘ (siehe foto), einem wasserfall, hinter dem man in einem tunnel herläuft.

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hört sich alles ganz toll an, sieht auch ganz nett aus….war aber für mich persönlich ein albtraum. menschen, menschen, menschen….unmengen von menschen. verständlich! traumhafte wasserfälle, die jeder sehen will und in denen auch sehr viele baden…plus: WOCHENENDE. also noch mehr menschen!!! nachvollziehbar! ABER: ist es notwendig sich dort mit shampoo und seife zu waschen, mit sonnencreme dick eingeschmiert zu baden, die ganze gegend als wc zu missbrauchen und den müll einfach in der gegend zu verteilen??? sogar im tunnel des wasserfalls roch es wie in einer alten bahnhofsunterführung! eine acht-meilen-toilette. und kaum möglichkeit stehen zu bleiben und die wasserfälle zu bestaunen. leute vor einem, hinter einem, neben einem….

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davon abgesehen beisst mich an diesem tag noch ein kleiner köter ins bein und die sim-karte des handys gibt den geist auf und das handy ist plötzlich gesperrt! kein zugriff auf’s adressbuch oder meine apps. auf dem weg nach cascade locks treffe ich noch den dritten south-bounder des teams ’spiderbark‘. er kommt aus basel. in cascade locks besorge ich mir erst einmal eine riesen pizza, 2 liter cola und 0,5 liter sahne. mmhhh! kalorien! bald geht es mir besser und die laune hebt sich wieder. ich finde eine möglichkeit zu duschen, meine wäsche zu waschen und schaffe es nach stunden die sperre des handys aufzuheben. aber das beste kommt erst noch: backout is back! er holt mich ab, wir fahren über die ‚bridge of the gods‘ und befinden uns somit zum ersten mal in WASHINGTON! in vancouver können wir bei einem freund übernachten. alles wird gut!

tag 121 03.08.12 (mi 2128)

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ahhhhhh……lecker, lecker, lecker….ein wahnsinns frühstücksbuffet hier in der timberline lodge. lucky, wolfe, bandana, zeke und ich schlagen uns die bäuche voll.

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während die anderen noch zu tun haben (versorgungspakete sichten, telefonanrufe tätigen, ausrüstung bestellen…) ziehe ich bereits weiter.

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jede menge los hier, rund um den mt. hood. der weg selbst ist sandig und es fällt schwer, sich mit vollem bauch einen weg durch die ‚dünen‘ zu schlagen.

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der wind wirbelt staub wolken auf und hüllt den berg in einen grauen schleier.

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vorbei an wasserfällen,

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blumenwiesen mit brummenden kolibris,

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farnfeldern und wäldern erreiche ich abends,

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es dämmert bereits, ein verstecktes plätzchen hinter einem busch, außer sichtweite des weges. rings herum liegen umgestürzte bäume. ich bin so gut versteckt, daß selbst der bär, der sich lautstark an den alten holzstämmen zu schaffen macht um insekten aus dem modernden holz zu bergen, mich nicht bemerkt. erst als ich aus meinem zeltchen krieche, die umgebung mit meiner taschenlampe absuche und ihn höfflichst darum ersuche doch bitte die nachtruhe zu wahren, registriert er mich und ergreift – wie immer panisch – die flucht.

tag 120 02.08.12 (mi 2107,5) mt.hood, timberline lodge

ALLES LIEBE UND GUTE ZUM GEBURTSTAG! HOCH SOLL SIE LEBEN! früh am morgen brechen erst lucky,  und etwas später auch ich, auf. das frühstücksbuffet in der timberline lodge, über das wir am freitag morgen herfallen wollen, spornt uns an. nancy und alex haben es nicht eilig. für sie endet die wanderung in cascades locks, meinem nächsten versorgungs- und erholungspunkt.

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ewigkeiten geht es wieder durch wälder, vorbei an einem riesigen see, der leider total überlaufen und somit auch verschmutzt ist, immer weiter unserem ziel entgegen. lucky hole ich erst zur mittagspause ein. 14 meilen liegen zu diesem zeitpunkt noch vor uns. meine motivation lässt zu wünschen übrig, denn mein rechtes knie macht immer wieder ärger. ich weiss nicht ob ich das heute packe. aber ich halte weiter durch und denke ans essen, das uns erwartet! plötzlicher halt! was ist denn hier los? eine kleine hikerversammlung? tatsächlich! da steht wolfie und noch zwei weitere hiker. south-bounder! echte thru-hiker-south-bounder!!! die ersten! und wie ich erfahre zusammen mit einem nicht anwesenden weiteren hiker (aus der schweiz) die einzigen in diesem jahr. ihr gruppenname ist ’spiderbark‘. hier ein bild der beiden (wolfie im hintergrund)

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während sich die beiden weiter in richtung süden aufmachen ziehen wir (lucky, wolfie und ich) nach norden weiter. dank wolfie vergehen die kommenden meilen wie im fluge und ich achte kaum noch auf mein knie. THANKS FOR THE VERY INTERESTING TALK AND FOR SHARING YOUR EXPERIENCES. er begleitet menschen beim sterben und wird nicht müde meine vielen fragen zu diesem thema zu beantworten. knappe zwei meilen vor der lodge hält er zum campen an. wir werden ihn morgen zum frühstück wiedersehen.

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oberhalb der lodge schlagen wir zwischen ein paar bäumen unser nachtlager auf. bandana, ein weiterer hiker, campt hier bereits und gemeinsam phantasieren wid vom essen, sehen die sonne unter und den mond aufgehen. schön, dass ich durchgehalten habe, schön, dass ich diese aussicht am mt. hood geniessen kann, schön,  dass ich das alles erleben darf!!! gute nacht und auch euch morgen ein wahnsinnsfrühstück! p.s. nachricht von kiwilegs. sie ist etwa 1,5 tage voraus.

tag 119 01.08.12 (mi 2073,5)

alles gute zum geburtstag! nein, sie sind nicht mehr aufgetaucht! haben mich versetzt, die burschen. na warte, wenn ich euch erwische! 😉 das ganze hat mich schon ein wenig verärgert, bis ich dann, als ich morgens wieder aufbreche, sehe, dass der komplette see eigentlich gesperrt war damit sich die natur erholen kann. überall schilder und ich mittendrin. na toll!

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bergauf, bergauf. über riesige vereiste flächen. dank meiner geliebten spikes kein problem. oben angekommen treffe ich wieder auf lucky und wir hiken ein stück zusammen weiter.

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mittagspause und total überteuerte kalorienzufuhr am ollalie lake store. aber eben mal wieder was anderes: drei cola, eine dose pfirsiche, eine dose bohnen und vier päckchen thunfisch ( bin gerade in einer thunfischphase und könnte tonnen davon verschlingen). es ist ein guter lauftag und wenn wir genügend meilen ‚machen‘ könnten wir in zwei tagen ein leckeres frühstücksbuffet erreichen.

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mit dem linken knöchel knicke ich heute mehrmals um. nach den gelungenen korrekturversuchen tut mir nun mein rechtes knie weh. na ja, besser als zu stürzen! nachtlager an einem fluss zusammen mit lucky sowie nancy und ihrer hündin alex. die beiden laufen nur eine kurze etappe.

tag 118 31.07.12 (mi 2041) scout lake

kurz nach dem aufstehen, am nächsten see, treffe ich auf lucky. während des tages laufen wir eine weile zusammen.

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im laufe des tages geht es einmal wieder runter in ein tal. heiss, stickig, der weg von pflanzen überwuchert…. ich raste fast aus! doch dann geht’s wieder hoch und ich freue mich als ich am scout lake ankomme. doch…noch keiner da! egal, es ist wunderschön! hier bleibe ich!

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glasklares, eiskaltes wasser. ich wasche mich und einige klamotten bis ich meine füsse nicht mehr spüre. der dreck an den beinen will gar nicht ab. aber zumindest fühl ich mich wieder sauber, nach dem ganzen schwitzen heute. ob die zwei heute noch kommen?

tag 117 30.07.12 (mi 2021)

morgens ist das zelt feucht und es ist angenehm kühl draußen. im tal bedeckt ein flauschiges wolkenmeer die wälder und seen.

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nicht lange und ich erreiche meine 2000 MEILEN marke.

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da fällt mir ein: die 1500 meilen-marke habe ich ganz vergessen. an dem tag war ich kiwilegs dicht auf den fersen und sie hatte an der brücke auf mich gewartet….mt. shasta….jack und tom….ein toller tag!

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kurz nach dem watercache am santiam pass (von trailangel lloyd aus bend!!! danke!) brechen plötzlich brandon und james, eimer schleppend, rechts aus den büschen. 🙂 ich hab‘ sie erst gar nicht erkannt und mich noch gewundert, was die typen da wohl mit den eimern in der pampa zu suchen haben. wie die hörnchen, nur mit wesentlich mehr erfolg, haben die beiden ihre vorräte für die einzelnen etappen an versteckten plätzen vergraben. frohgelaunt und übers ganze gesicht grinsend kommen sie mir entgegen. schön, die beiden wieder zu sehen! ich dachte sie wären irgendwoh hinter mir, weil ich ihre spuren nicht sehen konnte. schade nur, dass sie nun doch lieber climben und nicht mehr hiken wollen. doch für morgen abend haben wir uns an einem see verabredet, in dessen nähe sie klettern. von den reichlich vorhandenen vorräten wollen mir die beiden gerne etwas abgeben, doch nach bend bin ich gut bepackt und sortiert. zu einem dritten frühstück an ort und stelle sage ich jedoch nicht nein: drei energieriegel und eine dose leckere muscheln! mhhhh! THANKS, AND SEE YOU TOMORROW!

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vorbei an three- finger -jack

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mache ich kurz am kleinen koko-lake halt, bade meine füsse, beobachte einen zwergtaucher, schaue einer hirschkuh beim trinken zu und geniesse die ruhe und den frieden des augenblickes. nicht viel später errichte ich mein exklusives camp auf einem bergrücken. ein frischer wind weht mir um die nase und vom schlafzimmerfenster aus sehe ich zwei der sisters, three-finger-jack und zwei andere berge, die ich aber nicht mehr zuordnen kann. egal! trotzdem wunderschön hier oben, hier draußen.

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tag 116 29.07.12 (mi 1998)

ALLES GUTE ZUM HOCHZEITSTAG!!! spikes an und los gehts über den noch gefrorenen schnee.

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lavafelder, jede menge lavafelder (v.a. in der umgebung des mc kenzie pass). schwarz, kahl und im schönen kontrast zum schnee, zum himmel, zu ein paar blümchen, die sich wacker am fels festkrallen,

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und zu abgestorbenen bäumchen,

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die einfach nicht genug nährstoffe finden.

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die knie tun mir heute extrem weh. ich nehme an, das kommt von der gestrigen langstrecke auf schnee. da hatten die beiden viel zu tun mich immer wieder ins gleichgewicht zu bringen. als es dann heute stundenlang über lavageröll geht,  knicke ich immer wieder um. zwei mal lande ich am boden weil ich nicht korrigieren kann, mir der schmerz in beide knie fährt und ich einfach zusammenbreche. aufstehen kann ich nur, in dem ich den rucksack absetze und mich dann mühsam mit hilfe der trekkingstöcke wieder aufrichte.

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wegen schnee, eis und geröll komme ich nur langsam voran. außerdem muss ich alle paar meter anhalten um die schönheit der lavaströme zu bewundern.

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heute geht’s früh ins bett. zusammen mit einer schmerztablette.

tag 115 28.07.12 (mi 1977,5)

trailangel lloyd

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fährt mich zum elk lake (THANK YOU VERY MUCH! YOUR COMMITMENT TO THE HIKERS IS MAGNIFICENT! ) von dort aus kann ich über einen ‚zubringer-trail‘ auf den pct zurückkehren. unterwegs bekomme ich bereits einen vorgeschmack auf das, was mich erwartet.

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die drei ’sisters‘, der ‚bachelor‘ und der ‚broken top‘ sind bereits von der strasse aus zu sehen. der pct wird an der westseite der sisters vorbeiführen. bei meile 1958, es fehlt mir also ein 26 meilen langes stück des pct, bin ich wieder ‚ontrail‘. da muss ich mir nun aber wirklich mal was einfallen lassen. die rückseite des mt. baden powel, das teilstück vor idyllwild und nun die strecke bis zum elk lake fehlen!!! heute hat irgendwer die stalltüren offengelassen. jede menge pferde sind unterwegs. hat fast schon ein wenig western-flair, wie die reiter mit ihren cowboyhüten an mir vorbeiziehen. die umgebung ist sehr reizvoll. vulkane haben die gegend geprägt. immer wieder durchschneiden die erkalteten lavaströme die landschaft. mt. bachelor,

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broken top

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sowie south

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und middle sister

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geben sich die ehre. die north sister ist ein wenig verhaltener und wird wohl erst morgen ihre scheu ablegen.

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leider war keine wand zur hand und so konnte ich auch heute nicht den kröten-test durchführen. drei day-hiker sind mir heute begegnet. zwei davon hatten sich, trotz gps und karten, ‚verlaufen‘ und sie waren froh, als sie den anderen hiker und mich sahen. hier liegt jede menge schnee und der trail ist nicht zu sehen. kein problem mit meinem geliebten kleinen gps und dem heruntergeladenen trail-daten. kurze zeit sind wir gemeinsam weitergelaufen aber dann wurde es mir echt zu blöd! mindestens fünf mal hab‘ ich den burschen den trail angezeigt, wie ein jagdhund die fährte, hab‘ auf sie gewartet, während sie wie kopflose hühner herumliefen und versuchten selbst den weg zu finden….erfolglos! und anstatt mir einfach hinterherzulaufen, diese blöse wollten sie sich wohl nicht geben, ging das ganze theater immer wieder von vorne los. sollen sie doch machen was sie für richtig halten….ich ziehe weiter! in einem kleinen wäldchen springen mehrere hirsche in alle himmelsrichtungen davon. sie sind größer als die bisherigen und haben ein rötliches fell. abends treffe ich auf mehrere camps und lagerfeuer. ich such‘ mir ein abgelegenes lager außer sichtweite. es wird rasch kühler und ich stelle mein zeltchen auf. das wird mich ein paar grad wärmer halten. eine kuschelig warme nacht euch allen!

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p.s.: schwer bewaffnet mit literweise pestiziden hat es mich heute nicht verwundert, dass kaum moskitos unterwegs waren. war ja klar!!!

tag 114 27.07.12 bend

heute gönne ich mir einen sogenannten ‚zero-day‘ und bleibe in bend. morgen geht’s dann frisch bepackt, mit klopapier,  insektenspray und proviant weiter.

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shoppen war ich auch ein wenig, um diverse kleidungsstücke, die nur noch wie fähnchen am abgemagerten körper hingen, zu ersetzen. jetzt sitzt und passt fast alles wieder…

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bend scheint, ich hab‘ aber nicht viel davon gesehen, ein ganz nettes städtchen zu sein. überaus freundliche und fröhliche menschen, roundabouts (kreisverkehr) mit kunstwerken ausgestattet, kleine brauereien und ein hübsches einkaufscenter in das die einstmalige sägemühle integriert ist. so, ich hohl mir noch pizza und pasta und geh‘ dann auch bald ins bett. bis demnächst….