Kategorie: e) Mai-2012

tag 35 09.05.12 (mi 631) bird spring pass

was für ein tag! morgens war ich erst mal richtig garstig und bin hungrig und auf der suche nach wasser 2 stunden herumgeirrt bis ich endlich was trinkbares gefunden hatte. die erste quelle war nahezu ausgetrocknet (maria grummelt vor sich hin), die zweite quelle war öl-verschmutzt (maria läuft fluchend weiter) und die dritte quelle war, dank schlechter wegbeschreibung (maria fluchend, einem tobsuchtsanfall nahe und auf den weltfrieden schei….), erst nach langen suchen aufgefunden. dann erst mal 5 l wasser sterilisieren (maria, dank schlechter laune und leerem magen äusserst ungeduldig, wirft eine fast volle flasche um und muss noch mal von vorne anfangen. maria tobt und brüllt, der rucksack bekommt einen tritt, weil er auch umgefallen war, der dumme sack), weil erst wieder nach 35 meilen eine verlässliche quelle vorhanden ist. nachdem reichlich kostbare ( weil in den kühlen morgenstunden) wanderzeit verloren war gings endlich los. heiss, ‚wüste‘, kein schatten aber zum glück REICHLICH wasser.

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an einem einsamen strässchen gab es auch noch einen zusätzlichen wasser- cache. ich fülle nach und mach ein päuschen…plötzlich, mitten in der einöde, ein truck. riesending. weiss gar nicht wie der auf diesem baufälligen strässchen weiterkommen will. der fahrer hält an und will mich nach dem weg fragen! mich! den weg nach canada kenn ich ja, aber…. so gut es ging hab‘ ich ihm mit meinem gps weitergeholfen. bei der frage ob ich etwas brauche hab‘ ich ihn dann nach was essbarem gefragt und tatsächlich, nach kurzem kramen hinter seinem fahrersitz holt er einen mc- wrap, eine dose gezuckerte birnen und eine banane hervor. mmmhhhh….lecker. was für ein festmahl. hätte beinahe noch das papier mitgegessen wegen ballaststoffen und so.. 🙂

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derart gestärkt und deutlich besserer laune gab‘ es gleich ein paar runden ‚power seckeln‘ in der wüste und ich bin gut vorangekommen.

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abends dann erneut jede menge glück. ein weiterer wasser-cache, ein nettes schlafplätzchen, in der nähe zeltet ein etappen-hiker und zwei day-hikern konnte ich ihre nicht aufgebrauchten vorräte abquatschen.

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zwei dick belegte sandwich, eine dose chips, eine packung schokolade und vier käse-sticks. jeff, der etappen-hiker , war offensichtlich nicht besonders hungrig, denn als ich mit ihm teilen wollte hat er sich nur ein paar chips und zwei käsesticks ausgesucht. bitte, wenn er nicht will….

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die verderblichen sachen hab‘ ich alle gleich aufgegessen, mit etwas mühe am schluß ( der magen ist diese mengen offensichtlich nicht mehr gewöhnt).

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satt, zufrieden und mit schönem sonnenuntergang frei haus ziehe ich mich in mein zeltchen zurück, flicke meine hose und leg mich zur ruh‘. gut’s nächtle!

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tag 34 08.05.12 (mi 607,5) waterhole mine spring

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david und tommy sind wieder heimwärts gelaufen. keine schlangen. schöne landschaft. hitze. hunger!!! hab‘ die essensvorräte zu knapp kalkuliert. anfangs hatte ich ja kaum kalorienbedarf aber jetzt könnte ich dauernd essen….und hab‘ kaum noch was übrig! 2 rollen cracker, 3 handvoll müsli, 4 x 24 g müsliriegel, etwas trockenmilch und ovomaltine. und das muss für 5 ( wenn ich mehr meilen pro tag schaffe vielleicht auch nur für 4) tage reichen. trockenfleisch ist heute ausgegangen. mir knurrt immer wieder der magen! um in von einer revolte abzuhalten trinke ich viel wasser und esse ca. alle 3 stunden 5 cracker auf denen ich möglichst lange herumkaue. abends gibts dann als belohnung ovomaltine ins wasser. super! muss ständig ans essen denken, daran was ich in 4-5 tagen alles in mich reinstopfen werde. wenn ich nutella auftreiben kann hol ich mir eine packung toast und gesalzene butter und ess alles auf einmal. jaaaaahhh! und pasta, mit thunfisch und oliven und tomaten und sahne und…. ich denke eh, dass ich mich  in kennedy meadows ( vor den grossen aufstiegen) erst einmal 2-3 tage ausruhen und viel essen werde, um wenigstens ein paar depots wieder aufzufüllen. ausserdem will ich schauen, ob ich jemanden finde, mit dem ich die strecke gehen kann. zur sicherheit! hier noch bilder vom heutigen nachtlager:

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schlaft schön!

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tag 33 07.05.12 (mi 583) golden oaks spring

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weg von den windmühlen und das alte ‚berg runter-berg rauf-spiel‘. gleich morgens begegnen mir zwei hiker, die heute nur einen kleinen teil des pct laufen. etappen-hiker. david und tommy. im laufe des tages begegnen wir uns immer wieder. ausserdem: bertrams verwandte

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und endlich mal wieder – seit langer zeit – schlangen. gleich drei ‚rattler‘. zwei grosse und eine kleine. gute ausbeute für einen tag. UND: ich hab endlich mein perfektes foto. bitte schön:

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und hier noch das baby:

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wahrscheinlich nur schwer zu erkennen. schön heute mal nicht alleine zu campen und im schutz der zelte von david und tommy zu schlafen. schlaft ihr auch alle gut!

tag 32 06.05.12 (mi 561,5) windmühlenfeld

voll! randvoll bin ich! von den total verdreckten zehen ( die nägel müsste ich auch mal wieder schneiden) bis zu den vermutlich genau so verdreckten haarspitzen. so voll das ich überlaufen könnte vor glück! wäre auch besser, sonst müsste ich platzen. was für ein tag! das hättet ihr erleben sollen. oben auf dem berg, in einer region in der es letztes jahr gebrannt hat. die warme, sandige erde dunkel, stellenweise schwarz von der asche. dazwischen die verkohlten, schwarzglänzenden baumreste. im kontrast dazu der strahlend blaue himmel und überall blumen, blumen, blumen. blau, violett, gelb, orange, weiss… die warme sonne, der kühlende wind und überall dieser herrliche duft des blumenmeers. zum verrückt werden schön und atemberaubend! ich kam gar nicht mehr voran vor lauter fotografieren. immer wieder neue farben, neue kombinationen, neue kontraste. tod und leben so nah beieinander und beide so wunder-, wunderschön. seufz! hoffentlich kann ich mich an diese eindrücke noch lange erinnern.

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was die ( leider funktionslose) dusche mitten in der pampa zu suchen hat? mein nachtlager hab‘ ich heute inmitten eines windmühlen- parks, geschützt (so lange der wind nicht dreht) hinter einem gebüsch, aufgeschlagen. überall liegen kuhfladen ‚rum. die waren aber schon getrocknet und leicht zu entfernen.

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wasser ist knapp! d.h. in vollem dreck und speck ins bett. müde bin ich, geh zur ruh, decke mich mit kuhdreck zu, kommt der schwarze mann herein, fasst er in den kuhdreck rein. 😆 : lol: 😆 in diesem sinne: gute nacht!

tag 31 05.05.12 (mi 541,5 ) tylerhorse canyon

habe heute nach dem frühstück die kleine stadt der hiker wohlgenährt und zufrieden verlassen. ein herzliches dankeschön an debbie und bob, die mich so gut versorgt haben. während ich in den ersten wochen keinen hunger hatte und mich zum essen zwingen musste, könnte ich zur zeit mehrmals täglich essen, wenn ich denn genügend dabei hätte. vielleicht liegt es auch am geänderten speiseplan. momentan mag ich alles, was ich dabei habe, sehr gern: cracker (die ich komischerweise noch nicht satt habe), schokolade (ist leider gerade beim schreiben ausgegangen), trockenfleisch (mmmmhhhhh!!! mein favorit), müsli, trockenmilch und, auch super, ovomaltine. ach, und minibrezeln hab‘ ich auch noch. schön mit salz. das ist, ich hoffe ich habe nichts vergessen, mein menueplan seit 4 tagen und für die kommenden geschätzten 10 tage bis kennedy meadows. ja, doch, das heute könnte man als wüste bezeichnen. warm, wärmer, heiss. aber doch noch auszuhalten.

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viel wärmer muss es, wenn es nach mir geht, aber nicht werden. 😉 mitten in der sengenden glut der allesverzehrenden sonne, die erbarmungslos vom himmel brannte ( man wird das ganze ja wenigstens ein bisschen ausschmücken dürfen! 🙂 )…. ich also dem tode nahe an einen kaktus gelehnt…die rissigen lippen wund und aufgeplatzt… kein tropfen wasser mehr ( 5 l kann man ja auch nicht als tropfen bezeichnen)…die hoffnung aufgegeben und mit dem leben bereits abgeschlossen…. doch plötzlich, im flirrenden licht, die rettung: zwei motorbiker… (das darf nicht war sein, ich hab die namen vergessen!!! ‚the brain‘, wo bist du nur, wenn ich dich brauche?). die kurvten hier über stock und stein und luden mich zu sich und ihren frauen in ihr 3 meilen entferntes camp ein. gesagt getan, und nicht bereut!!! wahnsinnig nett, mit wahnsinnig gutem essen und einem sehr schön gestalteten camp.

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satt, zufrieden, glücklich und mit müsliriegeln und obst versorgt zog ich dann weiter, vorbei an windmühlen (leider kein wind da), den nächsten berg hoch und hinunter in den tylerhorse canyon

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wo ich nun gut eingepackt dem plätschern des baches und dem zirpen der grillen lausche. gute nacht!!!

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p.s.: hab heute einen luchs gesehen. ist knapp 3 m vor mir aus dem gestrüpp gelatscht und ein paar büsche später auch schon wieder verschwunden. leider waren ich und die kamera zu lahm um wenigstens noch den hintern abzulichten.

tag 30 04.05.12 (mi 517) hikertown

ALLES GUTE ZUM GEBURTSTAG! HOCH SOLL ER LEBEN,  HOCH SOLL ER LEBEN….

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schöne strecke heute und tolle unterkunft: hikertown. lauter kleine miniatur- häuschen in denen die hiker z.t. auch schlafen können. hier die bilder

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das hotel war schon besetzt:

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und hier meine unterkunft – falls ich nicht wegen vollmond draußen schlafe…

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bis demnächst…

tag 29 03.05.12 (mi 498) sawmill campground

der halbe tag bei terrie und joe hat mir gut getan. dort war auch ein junges mädel, dass eigentlich mit ihrem freund zusammen den pct laufen wollte, dann aber bereits nach 20 meilen die schnauze voll hatte. 😉 soll’s auch geben! sie wartet bei den andersons auf ihren freund, der weitergelaufen ist. steve scheint einen tag hinter mir zu liegen. heart ist in wrightwood, franz und greg sind 2 tage vor mir. hab‘ gehört, dass dieses jahr fast doppelt soviele, also knapp 700, den pct laufen wollen. jedenfalls wurden so viele ‚permits‘ ausgestellt. die sitzen mir jetzt alle im nacken. ist doch ein bisschen voll für den armen weg! na ja, mal sehen wieviele durchhalten! MORGEN HAB ICH DIE ERSTEN 500 MEILEN VOLL!!! Yeahh! und ich warte immer noch darauf dass es, wie angekündigt,  heiss wird. aber nichts zu spüren von wüstenrand-klima. alles steht voll im saft. na ja, ich hab‘ ja auch den vorteil des frühen starts auf meiner seite. in einem monat sieht es sicher ganz anders aus! dann geniess ich jetzt noch ein wenig die abendsonne und zieh mich dann in mein weltfriedens- separee zurück um mir diesbezüglich auch weiterhin gedanken zu machen. 🙂

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tag 28 02.05.12 (mi 479 ) the andersons

bilder von ‚ the oasis‘ , meinem schlafplatz:

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heute geht es gerade so weiter wie gestern. rein in die nasse hose, die nassen socken, die nassen schuhe. das nasse zelt eingepackt und los. kein wasser in den caches, kein  wasser an der ranger station, zumindest kein trinkbares. wenigstens kann ich hier mein zelt trocknen. was jetzt? 8 meilen hab ich etwa hinter mir. es ist mittag. das nächste wasser (leider keine zuverlässige quelle) ist 13 meilen entfernt. das schaff ich heute nicht mehr. ich hab noch 1 liter wasser! also die strasse runter zu den andersons. passt mir ganz gut. bin müde. ich weiss nicht was mit mir los ist. egal dann mach ich heute eben nur einen halben tag und geh‘ morgen frisch betankt weiter. so, weit….

tag 27 01.05.12 (mi 471) ‚the oasis‘ cache der andersons

junge, junge, was für ein scheiß tag! es viel mir schon schwer von donna und jeff wegzugehen. hatte mir überlegt noch länger zu bleiben. aber wieso? vorbereitung der weiteren 4 wochen war abgeschlossen, ausgeruht hatte ich mich, der bauch war gut gefüllt….  also wieso noch bleiben? aus lauter bequemlichkeit? sich wieder aufzuraffen und weiterzugehen fällt echt schwer. wenn ich dann wieder unterwegs bin geht es auch gleich wieder….normalerweise! aber nicht heute! dabei hatte ich eigentlich ein riesen glück. es war bewölkt, neblig, kühl.

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normalerweise ist diese region  heiss und trocken. aber der nebel raubte mir die sicht und schlug aufs gemüt. so kam ich kaum vom fleck. nach dem ersten berg ging es wieder besser. endlich aussicht! nebel, aber aussicht! sah hier eher nach schottischem hochmoor aus.

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fehlten nur noch die werwölfe. die gab’s nicht. dafür hingen aber in fast allen büschen und bäumen nester dieser raupen:

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hinter der nächsten bergkuppe ging’s dann wieder weiter wie vorher: dunst, nebel, keine sicht. und: jetzt wurd es auch noch nass. kein regen, nein, ständige luftfeuchte, tropfen an büschen und am gras und folglich nasse füsse und beine. den rest hab ich irgendwann mal unters cape gepackt aber für die regenhose war ich zu faul. einziger lichtblick zwischendurch: mein trockenfleisch. zaeh aber lecker.

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dann ging wieder die nachtlager suche los. ein nettes plätzchen hatte ich gegen 16 uhr gesichtet. zu früh! also weiter. und dann kam und kam nichts mehr….ich sah mich schon wieder nachtwandeln als ich durchnässt an einem wasser- cache (‚the oasis‘ der andersons)  ankam. wasser war keins mehr da aber ein kleines plätzchen für mein zelt. morgen mach ich noch ein paar bilder vom cache, der doch sehr … mmhh…’eigenwillig‘ ausgeschmückt wurde. in der hoffnung auf bessere laune und trockene füsse hau‘ ich mich jetzt auf’s ohr. ende!