Day 100 – 23. Feb: Berge/ Mountains (18 km/ Total 1787 km)

Heute sehen wir drei Te Araroa Northbound-Hiker. 

Endlich sind wir in den Bergen und fühlen uns frei wie Adler, nicht mehr wie Würmer im Schlamm. 😉 Für einen Moment erinnert mich das Ganze an die Berge auf dem PCT und CDT. 

Aber jede Rose hat auch Dornen, jedenfalls für mich heute. Der Aufstieg auf Little Rintoul Summit  (1643 m) und seinen großen Bruder Mt Rintoul  (1731 m) versetzt mich in Panik. 

Es ist nur 1 km auf, 1 km ab, 1 km auf, 1 km ab. Aber du musst auf jeden Schritt achtgeben, hoch konzentriert, jede einzelne Sekunde. Diese beiden Berge sind ein einziger Haufen sich bewegender Steine. Nun, so hat es sich jedenfalls für mich angefühlt. Kleine, rutschende Steine, auf denen man keinen Halt findet. Große Steine mit messerscharfen Kanten. 

Und nein, das ist noch nicht genug! Um es erste richtig interessant zu machen gibt es einige (ok, eigentlich war es nur eine 😉 ) schmale Stellen, an denen man mit Leichtigkeit schwer stürzen oder gar zu Tode kommen kann. Also versuche ich, nicht nach unten  zu schauen. Ich hyperventiliere beinahe, vor Anstrengung und vor Angst, versuche mich krampfhaft an Felsen festzuhalten – wenn es welche gibt – um einen sicheren Halt zu bekommen, und dann, versuche ich um so mehr, auch wieder los zu lassen. Ich weiss, ich kann hier nicht verweilen, aber jede einzelne Faser in meinem Körper sagt mir das Gegenteil. Immer wieder muss ich meine Angst überwinden und den ’sicheren Halt‘ gehen lassen. Ich schaue nach oben, suche nach dem nächsten Markierungspfosten und klettere einfach weiter. Immer wieder denke ich ‚das muss jetzt aber der letzte Markierungspfosten sein, das muss der Gipfel sein‘, doch dann tauchen einfach nur weitere Wegweiser vor mir auf und zerstören meine Hoffnungen. Endlich sind wir oben. Unsere Muskeln brennen und zittern. Ich muss mich setzen und kralle mich an dem einzigen sicheren Halt in dem Moment fest, David! Er hält mich fest, sagt mir nette Sachen (dass er Stolz auf mich ist und Ähnliches)… Ich bin nur froh, dass wir heil und in einem Stück oben angekomnen sind. Völlig erledigt kann ich mir endlich erlauben mich zu entspannen … UND… zu weinen. 

Ich kann nicht gerade sagen,  dass ich Stolz auf mich bin. Die beiden Berge sind nicht wirklich sooo schlimm. In früheren Jahren wäre ich diese Hügel vermutlich wie eine kleines Zicklein hinaufgesprungen, aber es sieht so aus, als ob ich mit zunehmendem Alter immer mehr unter Höhenangst zu leiden habe. Gibt es dafür  irgendwo eine biologische oder logische Erklärung??? 
Wir schlittern den Berg hinunter zur Rintoul Hut, nicht steil, aber eine lange Strecke, auf kleinen Steinchen und Sand, mehr wie beim Skifahren als laufend. Die Hütte teilen wir uns mit zwei weiteren Hikern.

Eine davon schnarcht wirklich sehr und hält David dadurch wach.
M.

Temperatur 14-30 Grad Celcius 

Today we see three Te Araroa Northbound-Hikers.

We finally climb up mountains and feel free like eagles, not like worms in the mud anymore. 😉 For a second it reminds me at the PCT or CDT mountains. 

But every rose has it’s thorns, well, at least for me today because the climb up to Little Rintoul (1643 m) Summit and his bigger brother Mt Rintoul (1731 m) is freaking me out. It’s just 1 km up, 1 km down, 1 km up, 1 km down. 

But you have to watch every single step, highly concentrated, every single second. 

Those two mountains are just a big pile of moving rocks. Well, that’s how it felt to me. Sliding little stones on which you can’t get any hold on. Bigger rocks with knife-sharp edges. And that’s not enough, no! To make it really interesting there are some (actually just one 😉 ) real narrow areas where you could fall down real bad or to death. So I try not to look down. I am nearly hyperventilating because it’s so exhausting and because I am scared. I try to grab the boulders – if there are any around- to get a safe hold, and then I try even harder to let them go. I know, I can’t stay here, but every fiber in my body tells me the opposite. Again and again I have to fight my fear and have to let ‚my safety‘ go. I look up, searching for the next marker pole, and just keep going. There are many times I think ‚that must be the last marker, that must be the top‘, but then just some more appear in front of me and destroy my hopes. Finally we are at the top. Our muscles are burning and shaking. I have to sit down and hold on to my only safe point at that moment, David. He holds me tight, says nice words (that he is proud of me and stuff like that), …. I am just glad we made it up here in one piece. I am exhausted and I finally can allow myself to relax … AND… cry. 

I can’t say that I am proud of myself. I think those two mountains aren’t that bad. Maybe I would have jumped up those hills in younger years like a little goat, but it seems the older I get, the more scared I am in high altitude. Is there a biological or logical explanation for that out there, somewhere? ??
We sliding down the mountain, not steep, but a long way, on little stones and sand, more skying than walking, to Rintoul Hut which we share with two other hikers. One of them snores real bad and keeps David awake.  M.

Temperature 14-30 degree Celcius 

4 Kommentare

  1. steinfisch

    So schön die Berge sind, so viel Leistung verlangen sie ab. Gratuliere euch zu dieser Bergbesteigung!
    In jungen Jahren ist man mutig, unternehmungslustig, kraftvoll. Später ist man zwar noch unternehmungslustig, die Kräfte lassen etwas nach, man wird ängstlicher, schätzt man doch die Gefahren besser ein – ein ganz normaler Vorgang.
    Alles Gute weiterhin! Eure Ingrid

  2. lucia

    Hallöle ,

    haste toll gemacht!! da bist halt geklettert wie ein etwas grösseres Zicklein, hauptsache oben angekommen. die logische Erklärung: wenn du jünger bist denkst du hauptsächlich an dein Ziel, wenn du älter wirst eher an dein ende. sind da die hormone daran schuld?
    was bin ich froh für dich , das du david dabei hast. hier wird gerade ein tierarzt gesucht bei der stadt.

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