Day 22 – 07. Dez: Lebensretter/ Life-saver (30 km/ Total 449 km)

Nach einem ausgiebigen Frühstück in Waipu geht’s weiter der Straße nach. Wir unterhalten uns. Plötzlich hören wir ein klägliches Wimmern, kaum hörbar, das so gar nicht zum neuseeländischen Vogelgezwitscher ringsum passt. Wir halten an, sehen uns um. Das ist doch ein Schaf, oder eine Ziege…?! Etwas weiter entfernt auf einem Hügel steht eine Herde Angoraziegen. Zu weit weg! Das Wimmern kommt hier aus der Nähe. Und tatsächlich entdecken wir ein Zicklein, bis zum Bauch versunken in einem morastigen Tümpel. Es steckt fest!  Rasch hilft mir David über den Weidezaun und ich nähere mich vorsichtig dem Tümpel. Nur nicht selber stecken bleiben! Nun stehe ich neben dem Kleinen. Ich kann mich nicht weit nach vorn lehnen,  muss greifen was ich erreichen kann. Wolle! Mit einem Ruck zerre ich das eiskalte Bündel an Land. Es schreit wie am Spieß. Nun ja,  nicht gerade nett an den Haaren gezogen zu werden. Mit den ersten Schritten tut sich das Zicklein schwer, stolpert, stürzt, bewegt sich kaum. Vorsichtig schiebe ich es Stück für Stück Richtung Herde. Das kleine meckert, sieht sich verwirrt um, kann die Herde nicht sehen. Also schiebe ich es weiter, unter Protest,  den Hügel hoch. Die Herde wird unruhig, lauscht alarmiert. Was tut sich da? Und endlich sehe ich eins der Tiere den Kopf heben und aus der Gruppe hervor treten. Das muss die Mutter sein! Und richtig! Sie ruft! Das Kleine erkennt das Meckern und nun, fast wie im Film, laufen beide aufgeregt und sich gegenseitig rufend aufeinander zu. Ach, was für ein schönes Bild, als die beiden nebeneinander zurück zur Herde laufen. Happy end!

Mit Stolz geschwellter Brust, ob dieser guten Tat am frühen Morgen, laufen wir beschwingt weiter. Es ist bewölkt, die Temperaturen sind angenehm, der Weg einfach, wir kommen gut voran. Wir laufen Forststraßen entlang, auf kleineren Trails, über Weiden und gegen Tagesende den traumhaften Mangawhai Cliff Walk. Unter uns Felsen und Meer, ein frischer Wind um die Nasen, traumhafte Weite. 

In Mangawhai Heads halten wir an einem Imbißstand an, um uns zu stärken. Wir treffen Corinna aus Deutschland, auf dem TA etappenweise unterwegs. Sie ist heute früh hier angekommen, hat sich in einem Hostel einquartiert und die Kalorienzufuhr bereits hinter sich. Obwohl ich heute noch gerne weiter gelaufen wäre entscheiden wir uns ebenfalls im Hostel abzusteigen. Davids Zeh macht ihm heute schwer zu schaffen. Auch mir fehlt nach dem Essen jegliche Motivation weiter zu laufen. Sobald man einmal stoppt braucht es sehr viel Überwindung die schmerzenden Knochen und Muskeln wieder in Bewegung zu setzen um noch ein paar Kilometer zu schaffen. 

Im Hostel nehme ich eine Hikerdusche (d.h. ich lasse die Salz-, Schmutz- und Schweissverkrusteten Klamotten während dem duschen erst einmal an).

Herrlich! Sauber, weich, warm, im Bettchen! Einschlafen fällt schwer. Die Nerven in den Füßen spielen verrückt und senden immer wieder Impulse durch die Fußsohlen. 

Trotzdem: Gute Nacht! 

After a substantial breakfast in Waipu we heading for another roadwalk. We chat with each other. Suddenly we hear a pitiful whimpering, nearly noticeable, and not part of the normal newzealand bird sounds. We stop and look arround. I think that’s a sheep or a goat,  isn’t it?! Not far away on a hill we spot a herd of angora goats. But they are too far away. The sound is closer. And really! There it is! A little goat stuck up to it’s belly in a muddy pond. Quickly David helps me climb over the fence. Carefully I walk over to the pond. Don’t get stuck by yourself! Now I am standing right beside the little one. I can’t bend over. I have to grab what I can: Wool! With a jolt I drag the cold body back on solid ground. It yells like I hit it with a branding iron. No wonder, getting pulled at the hairs that way! The goat has a hard time doing the first steps, struggles, falls, unable to move. Carefully,  step by step I push the little one uphill towards the herd. The baby goat bleats, it is confused and can’t see the herd yet. So I push it further – under protest- uphill. The herd is getting nervous. What’s going on? Finally one goat lifts up the head and steps out of the group. That must be the mother! Yep, it is! She’s calling her baby, and the little one recognizes her. Now – like in a movie- the both of them start running towards each other, excited, while bleating. What a nice picture, seeing them walking back to the herd together.  Happy end! 
Very proud about our good deed we walk further happily on. It is cloudy, comfortable temperature, easy trail,… we make good progress. We hike along forest roads, along small trails, through meadows and at the end of the day along the beautiful Mangawhai Cliff Walk. Below us the sea and cliffs, a fresh breeze in the air and a dreamlike distance.

In Mangawhai Heads we stop for a snack and meet Corinna, a German section hiker. She arrived here early in the morning, checked in to a hostel and finished already her calorie intake. Although I am in a good hiking mood and would like to go further we deside to stay at the hostel too. Davids toe is really bad today and my motivation is already gone after filling my belly. As soon as you stop hiking it is an effort of will to get the hurting muscles and bones started again, to do some more kilometers. 

In the hostel I take a ‚hiker-shower‘: I keep the dirty, sweaty clothes on (for a moment) while showering.

Great! Clean, soft, warm, in the bed! Falling asleep is hard. The nerves in my feet are going bananas. Again and again they send impulses through my feet. 

Nevertheless a good night to all of you!

3 Kommentare

  1. Ilse

    Na, Du Ziegenretterin, da kannst Du auch echt stolz sein.
    Also, haltet weiter die Nase in den Wind und lasst euch nicht verschlammen.
    Ilse

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