174. Tag (on trail) Di 06.10.2015

Der Rucksack ist wider erwarten noch da. Boston Bones wollte ihn gestern unbedingt aufhängen, obwohl kein geeigneter Baum vorhanden war. Das kleine Ding, in dem der Sack dann letztlich gehisst wurde (um die Gemüter zu beruhigen), konnte sogar ich mit Leichtigkeit erklimmen (um den Sack etwas höher zu hängen)…warum also, sollte ein Bär dies nicht auch bewerkstelligen?!
Aber, wie gesagt, es ist ja alles gut ausgegangen.

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Heute plagen wir uns weiter durch den Schnee, geniessen die Aussichten,

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lassen uns von den steifen Brisen an den Pässen und Graten nicht beeindrucken und treffen am frühen Nachmittag zwei Reiter, einer zu Pferde, einer zu Muli. 🙂
Wobei ich mir bei dem Maultier nicht ganz sicher bin. Es hat einen derartigen Riesenschädel, dass durchaus auch  ein wenig Bison eingekreuzt sein könnte.

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Wir finden kein Wasser. Alle Bäche und Seen am Trail sind ausgetrocknet. Also verbringen wir die Mittagspause damit Schnee zu schmelzen und anschließend zu filtern.

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Weiter geht es über weitgehend kahle Hänge.

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Auf dem Trail wieder einmal reichlich Bärenspuren und ‚Häufchen‘ bei deren Anblick sich jedoch die Frage stellt,  wie das mit dem Winterschlaf funktionieren soll, wenn ein Großteil des Futters unverdaut, nach mehreren Metern Darmpassage, erneut das Tageslicht erblickt.

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Müde erreichen wir eine kleine Lichtung mit flachen Plätzchen ideal zum Zelten. Ich möchte aber, wegen der vielen Bärenspuren, das Zelt etwas weiter entfernt vom Trail und etwas höher gelegen, die Lichtung überblickend,  aufstellen. Boston Bones Warnung, der Wind dort oben könnte stärker sein, schlage ich in den selbigen. Einen geeigneten Baum zum ‚Bear-Bagging‘ hatten wir bereits vom Tal aus erspäht und ist nun nicht unweit unseres Lagers.

Während ich nun den Blogbericht verfasse wird das Zelt vom Wind geschüttelt. Ich sage es ja nur ungern, und es hallt sowieso von nebenan: Boston Bones is right! 😀

Wir haben ein wenig Bedenken, dass uns der Schnee zu viel Zeit rauben könnte. Die Rückflüge sind gebucht und wir stehen nun ein wenig unter Zeitdruck. Zu gerne wollen wir den Trail in Waterton (Canada) beenden.

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Doch wenn wir weiterhin durch den Schnee ausgebremst werden, müssen wir uns eine Alternative einfallen lassen.
Schauen wir mal!

Bis morgen
Eure Dr. Hikinstein

Maximaltemperatur 21 Grad Celsius
Nachts 4 Grad Celsius
Maximalhöhe 2527 Meter

Veröffentlicht mit WordPress für Android

8 Kommentare

  1. lucia

    Ich drücke dir die Daumen und wünsche dir einen Abschluss nach deiner Vorstellung.

    Der Bär, der Bär der teilt gar sehr die Beeren mit dem Vogel der wird sie besonders loben und nach getanem Mahl haben sie ne`neue Wahl. Sie landen wieder in feinem Boden auf das da wachsen kann ein neuer Beerenmann. Und ist ein Jahr vergangen so fängt von vorne alles an.

  2. Farnz Burkhard

    Oh weh oh weh, der Weg neigt sich dem Ende entgegen, kein Bärchen gesehen, nur deren Häufchen.
    Ich kenne dieses gemischte Gefühl, endlich ans Ziel zu gelangen, und eigentlich gar nicht ankommen zu wollen. Was sollen die Beinchen denn den ganzen Tag tun, wenn der Weg zuende gegangen ist.
    Aber es gibt ja noch den Apalachian Trail und weiß Gott genug andere reizvolle LD Trecks.

    Nun genieße die letzten Tage, und vielleicht kommt ja doch noch ein Bär in Sicht. Seid auf der Hut.

    Grüße, Franzl

    • mariaelfe

      🙂 ja, ich gebe die Hoffnung nicht auf, und im Glacier National Park soll es jede Menge Bären geben! UND: der nächste Trail ist bereits ‚angeplant‘ :-):-):-)

  3. Ilse

    Jetzt werd ich aber langsam auch traurig, wenn ich an den Verzicht deiner Berichte denke.
    Aber ich werd dich dann hören, wenn du zurück bist. Nun wünsch ich euch beide, dass das mit dem Rückflug problemlos klappt und ihr zusammen noch eine schöne Zeit habt.
    Liebe Grüße, auch an Bosten Bones
    Ilse

  4. Rainer

    Hi Maria,
    es ist immer eine große Freude deine Berichte zu lesen.
    Das Foto gegen die Sonne ist super gelungen.
    Alles Gute dir und BB für die letzten Meilen.
    Viele Grüße
    Rainer

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