35. Tag (Ghost Ranch) Mi 20.05.2015

Nach einem ausgiebigen Frühstück und ein wenig ‚Büroarbeit‘  hab‘ ich an der ‚History Tour‘ teilgenommen, einer Führung zum geschichtlichen Hintergrund der Farm.

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Aufgrund der günstigen Lage und der verlässlichen, ganzjährigen Wasserquelle war der Platz schon früher für durchreisende Ureinwohner wie Tewa, Navajo , Ute und Apachen ein beliebtes Ziel.
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In den 1800ern gründete dort die Gallegos Familie eine Farm, gaben diese aber wenige Jahrzehnte später wieder auf. Danach hielten der Mythos über Vivaron, einer riesigen, kinderfressenden Schlange, die spanischen Siedler fern.
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Nur ein Brüderpaar, die Archuletas, Kopf einer Bande von Viehdieben und Mördern, ließen sich nicht abschrecken und fanden dort ein ideales Versteck für ihre Gang.
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Den Nachbarn fehlte es an Mitteln und Möglichkeiten etwas gegen die Bande von Dieben zu unternehmen. Erst als es unter den beiden Brüdern aufgrund eines Betrages von Gold zu Streitigkeiten kam, und dabei ein Bruder den anderen mit der Axt erschlug, machte sich eine bewaffnete Gruppe der Einwohner auf den Weg und griff das Versteck an. Der verbliebene Bruder und der Rest der Bande wurde an einem heute noch vorhandenen Baum aufgeknüpft.
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Die ‚Ranch of the Witches‘, wie sie ab nun genannt wurde wanderte durch den Besitz mehrerer spanischer Familien, doch niemand wollte dort wirklich leben.
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Erst 1931 zog wieder jemand dort ein: Caroline Bishop Stanley, welche die Besitzurkunde von ihrem Ex-Mann (dieser gewann die Ranch bei einem Pokerspiel) Jahre zuvor erhalten hatte, und nun nach ihrer Scheidung hier her zog.

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Auch sie blieb nur kurze Zeit (sieben Jahre), prägte jedoch deutlich das heutige Erscheinungsbild und gab der Ranch ihren heutigen Namen ‚Ghost Ranch ‚.

Unter ihrer Verwaltung entstanden zahlreiche Gebäude für bis zu zwanzig Gäste. 1937 musste sie die Ranch aufgrund der Großen Depression an Arthur Pack verkaufen, der das nötige Kleingeld dafür hatte die Ranch durch diese wirtschaftlich schwierige Zeit zu bringen.
Mitte der 50iger wollte Pack den Besitz an der Ghost Ranch aufgeben, diese aber nicht an privat verkaufen. Sie sollte nicht nur für eine handvoll Privilegierter zur Verfügung stehen sondern der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und als Ort der Bildung und des spirituellen Rückzugs dienen. Und so vermachte er das Anwesen der Presbyterianischen Kirche als Geschenk, die auch heute noch die Ranch leitet und gestaltet.
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Nach der ‚History Tour‘ erst einmal Mittagessen in der Dining-Hall, die früher als Flugzeughangar diente.
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Danach noch ein Abstecher in das kleine Museum, denn die Ranch ist ebenfalls bekannt für die Funde von Dinosaurierknochen.
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In der sogenannten Chinle Formation, dem rötlichen Sedimentgestein an der Basis des Cliffs, das ursprünglich komplett unter Wasser lag und erst durch das Anheben der Erdkruste zum Vorschein kam wurden zahlreiche Fossilien entdeckt. Flüße haben sich dann in vielen Jahren durch das Gestein gefressen und dadurch das heutige Erscheinungsbild mit Cliffs und  Hochebenen erschaffen.
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Genug Bildung für heute!
Jetzt geht es ab zur… na, ratet mal… Massage!!! Uuuiiihh !!! Herrlich!!!
Mein Tag ist perfekt!

Dazwischen natürlich immer noch der Hiker Alltag. Hiker kommen und gehen. Mein Zelt macht ein wenig Ärger: der Reißverschluss schließt nicht immer richtig. Und das jetzt schon nach erst einem Monat?! Ich hoffe es liegt nur an ein paar Sandkörnern.
Und mein Schlafsack will auch nicht so, wie ich es will. Er ist morgens immer etwas feucht und ich muss ihn fast täglich zum trocknen auslegen. Mal sehen, wie ich mit diesen Problemchen vorgehen werde.

Euch alles Liebe und Gute da draußen, im Rest der Welt 🙂

Eure Maria

4 Kommentare

  1. Ilse

    Das war ein echt toller Bericht. Ich freu mich immer, von Dir zu lesen. Ich drück die Daumen, dass Dein Zelt dichthält.

  2. lucia

    Ach wie schön, wenn das ganze noch mit Geschichte und Leben gefüllt wird, da kann man perfekt vor sich hin träumen.
    Danke für diesen tollen Bericht!

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