29. Tag (on trail) Do 14.05.2015

Herrlich! Ein solcher Anblick direkt nach dem Aufstehen!
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In einer paar Meilen soll es eine Viehtränke geben. Hoffentlich bekomme ich dort gutes Wasser.

Nein, kein Wasser da. Alles ausgetrocknet.  Also setze ich mich hin und filtere das gestrige Wasser durch eines meiner Schlauchtücher. Danach kommt der Steripen (UV-Behandlung) zum Einsatz. Vorsichtshalber, und weil das Wasser trotz allem noch trübe ist, gleich dreimal. Und jetzt runter mit dem Zeug. Würg! 😦
Zum Glück ist es heute bewölkt und es weht eine frische Brise. So werde ich nicht allzuviel Wasser benötigen.
Vorbei an bizarren Felsformationen mit ihrer unterschiedlichen Schichtung geht es wieder hoch auf 2000 Meter… und wieder runter, und wieder hoch, und…
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Es ist schon beeindruckend wenn man bedenkt wie alt diese Felsen sind und wie sie nach und nach durch Wasser und Wind geformt und verändert wurden. Ich reise sozusagen beim Hoch- und Runterklettern durch die Zeit, durch die Vergangenheit.  Oben auf, oftmals ein Sandsteinbrocken der aussieht, als hätte ihn da jemand fälschlicherweise oder zur Gaudi abgestellt. Und so warten die Brocken darauf, dass der poröse Sockel weiter ausgewaschen wird und sie endlich der Schwerkraft Folge leisten können – hoffentlich ohne dabei einen Hiker unter sich zu begraben. 🙂
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Immer wieder Blicke ich zurück über das Tal in Richtung der Berge, der Felsen, von denen ich gestern noch herabgestiegen bin.
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Wisst ihr was das hier ist?
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Ich dachte die ganze Zeit es wäre einfach ein sehr hübsch anzusehende Stück altes Holz bis ich mir heute diesen alten Kaktus etwas näher angesehen habe.
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Ein Kaktus-Skelett! Wenn man das denn so nennen kann. Und ich laufe die ganze Zeit daran vorbei…

Völlig überraschend und deswegen um so erfreulicher: Ein Wassercache! Mit gutem, sauberem, leckerem, glasklarem Wasser, Äpfeln, Nussriegeln und Mandarinen.
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Ahhh… das war jetzt genau richtig.
Leicht und beschwingt und der Sorge um Wasser entledigt ziehe ich weiter durch die wunderschöne Felsenlandschaft,
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passiere mehrere alte Windmühlen und  einen kleinen See,
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und bestaune immer wieder die Farben- und Formenpracht der Steine.
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Kurz vor ‚Feierabend‘ der letzte Anstieg. Und der hat es in sich!
Steil mit sehr abenteuerlichem Pfad. Verschärft durch einen ordentlichen Wind. Ich mache mir jedesmal fast in die Hosen vor Angst wenn eine neue Böe nach mir greift. Nur nicht nach unten sehen, nur nicht nach unten sehen!  Mein Herz schlägt mir bis zum Halse. Und der Weg nach oben scheint nicht aufhören zu wollen. Und wieder reißt der Wind an mir… ich würde mich am liebsten in einen Felsen krallen, nie wieder los lassen und eine Runde weinen. Aber der Fels ist ja aus Sandstein und somit wäre es nur eine Frage der Zeit, bis ich mich selbst durch meine Tränen sozusagen aus dem Fels geheult hätte. 😉
Irgendwie – wie auch immer- bin ich doch noch lebend oben angekommen. Fotos habe ich während des Aufstiegs keine gemacht. Das müsst Ihr mir schon nachsehen. Aber das Bild von oben vermittelt einen Eindruck.
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Voller Adrenalin ging es dann zügig weiter. Durch Sand. Hier oben hat man den Eindruck man sei am Meer, so viel Sand. Wie in den Dünen.
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Wäre da nicht rechts von mir noch immer der gähnende Abgrund.

Das kann ja noch lustig werden! In Colorado wird es deutlich höher und steiler hinauf gehen und ich nässe hier schon bei diesem ‚Hügelchen‘ beinahe ein. 🙂

Mein Camp errichte ich in sicherer Entfernung von den Klippen und freue mich über das bestandene Abenteuer. Kojotengesänge umgeben mich und hallen durch Täler und Schluchten.
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Mal sehen, wovon ich heute Nacht träume. Hoffentlich nicht von unbezwingbaren Höhen. 😉

Gute Nacht!
Eure Maria
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P.S.: Da ich mein Hals-Schlauchtuch heute als Wasserfilter verwendet und im Anschluß zum Trocknen an den Rucksack gehängt habe, ist mein einst schneeweißer Hals und Nacken nun krebsrot! NIEMALS die UV-Strahlung bei bewölktem Himmel unterschätzen! Ich hatte einfach nicht mehr daran gedacht. 😦

Nachts 9 Grad Celsius
Maximaltemperatur 27 Grad Celsius

6 Kommentare

  1. lucia

    über was soll ich dir schreiben? hast du einen wunsch ?
    habe mir alles angeschaut. ironmary passt gut . der weg hat sich eher den profgrad verdient. hügel steine sand schlamm flüsse berg hoch und wieder runter sauheiß und wieder arschkalt kaum wasser wenig zu essen und das ständig. hauptsache du läufst und findest immer den richtigen weg. ganz schön tapfer. bin heute mal selber totmüde. bye bye.

    • mariaelfe

      😀 Dankeschön. Aber wie gesagt, die richtigen Berge kommen erst noch und mir schlottern jetzt schon die Knie 😀

  2. Ilse

    Wie heißt doch gleich der sinnige Spruch? Man wächst mit den Aufgaben, in Deinem Fall mit den Höhen.
    Hoffentlich hast Du keine Albträume gehabt und konntest ordentlich schlafen.

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