8. Tag (on trail) Do 23.04.2015

Bin wieder draußen auf der weiten Ebene, auf Weideland, nach dem es erst kilometerlang an der Straße entlang ging.

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Kühe trotten eine Zeit lang neben mir her, eine flauschige Wolkendecke verhüllt zum Glück die Sonne. Wenn ich zurückblicke sehe ich Lordsburg und es scheint nicht ‚kleiner‘ zu werden, egal wie lange ich laufe.

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Immer wieder grenzen Stacheldrahtzäune die verschiedenen Weiden ab. Das stoppt den Wanderfluß, da ich fast jedes Mal den Rucksack abnehmen muss um darüber zu klettern oder darunter her zu kriechen. Ansonsten würde ich riskieren, die Ausrüstung in Stücke zu reißen. Manchmal gibt es  V-förmige Durchgänge,

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durch die ich mich mitsamt dem Rucksack durchquetschen kann, falls sie nicht auch mit Stacheldraht versehen sind. Na ja, ich versuche den ‚Weidezaun-Zwangsstopp‘ dann mit einer Pinkelpause zu verbinden, bei der ich ja auch immer den Rucksack absetzen muss. Jedenfalls habe ich noch keine zufriedenstellende Methode gefunden, bei der ich den Rucksack auf lassen könnte ohne das Gleichgewicht zu verlieren oder mich einzunässen. Ach, und übrigens gilt auch für Frauen, (selbst in bodennaher Stellung): immer MIT dem Wind pinkeln! 🙂

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Tiere sehe ich heute reichlich. Ein wunderschöner großer schwarzer Schmetterling mit blauen Punkten und ein paar roten Sprenkeln. Ich weiß ja, wer ihn mir geschickt hat. 😉 Aber bitte das nächste Mal ein ruhigeres Exemplar schicken, damit ich ein schönes Foto machen kann. Ebenfalls sehr scheu und nicht mit der Kamera einzufangen: Ein Roadrunner,  miiep, miiep. Nach dem Koyoten hab‘ ich aber vergeblich Ausschau gehalten.
Und dann ein kleiner Aufschneider in Form dieser Schlange. Wie eine Große hat sie sich verhalten, wie eine Klapperschlange. Das Schwänzchen geschüttelt als geb‘ es kein Morgen mehr und dabei die gleichen Geräusche erzeugt…  allerdings mit Hilfe einer Atemtechnik.
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Dann huschte noch ein Deer ( größer als ein Reh aber kleiner als ein Hirsch) über den Weg und viele wieselflinke Echsen. Eine sehr farbenfrohes Exemplar konnte ich sogar fotografieren.

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Nach der endlos erscheinenden Ebene und einem letzten Blick zurück auf Lordsburg führte mich der Weg aufwärts in eine Hügelkette. Zwei Wasserstellen die ich passiere sind ausgetrocknet.

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An einer Viehtränke gibt es dann aber reichlich klares Wasser, so dass kein Neid, sondern nur Neugierde bei den tierischen Benutzern aufkommt.

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Ebenfalls an der Tränke: ein weiterer Hiker, der gerade seine Pause beendet, als ich ankomme.

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Später, bei seiner nächsten Pause, hole ich ihn wieder ein und wir laufen gemeinsam weiter.

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Ein Fehler, wie sich schnell herausstellt, denn er hört überhaupt nicht mehr auf zu reden. Einer von der Sorte, die es leider auch nicht merken, dass gar niemand mehr zuhört….und nur wirres Zeug, so dass ich zum Schluss ein wenig Bedenken bekomme, ob er noch alle Latten am Zaun hat. Vielleicht tue ich ihm da auch Unrecht und er hat einfach nur einen hohen Gesprächsbedarf. Aber mir ist nicht wohl bei dem Gedanken weiter mit ihm zu laufen. Und campen möchte ich mit ihm auf keinen Fall. So viel ist klar. Da könnte ich kein Auge zu machen. Zum Glück entschließt er sich für ein frühes Camp und ich laufe erleichtert  weiter, ihn mit einer Notlüge, ich wolle noch ein paar Meilen reißen,  zurücklassend.
Maximaltemperatur heute: 34 Grad Celsius

7 Kommentare

  1. Lucia

    Ja, ja das seh ich auch alles. Hab‘ ja schon gesagt
    Respekt! Du hältst was aus. Fühl‘ dich gedrückt und geknuddelt. Du machst das!

  2. Lucia

    A ja, das ist ja prima, der Schmetterling war schon da und Regen soll es auch geben, dann Wünsche ich dir doch gleichmal lecker zart und saftig gegrilltes Fleisch mit baguetteähnlichem Brot ! Oder haben die hübschen dort auf der Weide eine andere Mission ?

    Sehr schöne Blumen elfenhaft zart zum küssen schön. Die Erde rotbraun gefärbt und von der Sonne wohlig erwärmt. Die Tiere in Frieden mit ihrem Leben zwischen verdorrten Gräsern und knorrigen Büschen. Der Himmel leuchtend Blau geschückt mit tuffigen Wolken. Dazwischen Maria mit wachsam ruhigem Blick und einem stetigem Schritt.
    Lucia

    • mariaelfe

      Ach wie romantisch ;-). Und was ist mit den Skeletten, der Hitze, dem Staub, dornenbewehrten vertrockneten Gewächsen…:-)

  3. Elmar

    Dieser Text ist einfach SPITZE! Ich habe Tränen gelacht. Mach weiter so Maria.
    PS. Morgen und übermorgen soll es bei dir regnen. Kaum zu glauben.

  4. Ilse

    Vermutlich hat Dein ,,Quasselstripper„ die Wüstensonne nicht so gut weggesteckt wie Du. Deine Fotos sind mal wieder umwerfend schön. Als Wolkenfan bin ich einfach begeistert. Aber die Pflanzenfotos bringens auch.
    Sag, wieviel Kilo hast Du momentan auf dem Rücken?
    Um nochmal auf die Fotos zu kommen. Ich muss mit meinem Handy noch ganz schön üben, bis die Fernfotos so gut klappen.
    Die Nahfotos machen mir keine Schwierigkeiten. Na, bis zu meiner Radtour hab ich ja noch Zeit.
    Die Erfahrung mit dem Windpinkeln hab ich auch schon gemacht. Daher: Die Nase in den Wind, dann klappt das andere auch.
    In diesem Sinn bis zum nächsten Mal.
    Hab weiterhin viel Freude.

    • mariaelfe

      Der Rucksack hat immer noch zwischen 6 und 7 kg plus Verpflegung. Bei den Fotos musst Du nur abdrücken. Nicht mehr, nicht weniger. 🙂

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