3. Tag (on trail) Sa 18.04.2015

Sobald sich die ersten Strahlen der Sonne zeigen fangen die Vögel an zu singen. Ein schöner Wecker!
Nachts musste ich einmal kurz ‚frische Luft‘ schnappen und treffe  dabei auf einen Hasen dem vor Schreck das ‚Gemümmelte‘ in den Backen stecken bleibt.
Wunderschön ist es hier draußen, denn über mir erstreckt sich ein gigantischer, glasklarer, mit Sternen vollgepackter Himmel. Traumhaft schön! 

‚Wenn Du bei Nacht den Himmel anschaust wird es Dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache.‘
Antoine de Saint-Exupéry

11 Grad Celsius in der Nacht. Es wird doch wohl nicht noch wärmer werden?

Der Weg führt erst durch eine kleinere Hügellandschaft und dann wieder über eine Weite Ebene. In der Ferne kann man bald den Förderturm einer Vietränke erkennen.

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Ich hab‘ zwar noch genug Wasser bei mir ( trinke zur Zeit locker 6 Liter am Tag), möchte mir aber die Tränke doch  näher ansehen. Eine kleine Gruppe Rinder nimmt sofort reißaus also ich näher komme.
Und plötzlich höre ich das schon lange erwartete Geräusch: Das Rasseln einer Klapperschlange! Recht klein, aber nicht weniger gefährlich.

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Der Pumpturm der Wassertränke fördert etwa alle zwei bis drei Stunden Wasser in den kleinen Teich aus dem sich dann die Weiderinder, Vögel und all die anderen Tiere bedienen können. Oder eben Hiker… 🙂

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Auch für den Salzhaushalt ist gesorgt.

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Ich ziehe weiter und ärgere mich über leere Bierdosen die achtlos weggeworfen wurden. Auch ein Fahrrad steht vergessen in der Gegend herum und einige der CDT- Schilder sind völlig zerschossen.

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Da hat wohl jemand in seiner Freizeit nichts besseres zu tun…
Na ja, in dieser öden Gegend sind die Freizeitangebote sicher begrenzt. Da geht man eben ein wenig randalieren und die Umwelt verschmutzen.
Das Häschen, das ich in seiner Sasse überrasche, stört der Müll wohl nicht so sehr wie mich.

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Der Tag zieht sich hin, es ist warm aber durch den Wind gut auszuhalten. Die Maximaltemperatur heute: 44 Grad Celsius. Da wundert mich der Anblick des Bodens nicht mehr.

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Aber dazwischen frisches Leben…

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Und einige lustig anzusehende Gestalten…

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Und weiter geht’s, immer den Schildern nach…

Auf einer Ebene treffe ich auf eine Mutterkuhherde die sich sofort formiert und auf mich zuhält.

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Ich stehe ungünstig im Wind, so dass sie mich nur sehen aber nicht riechen können. Also rasch in den Wind stellen, gestikulieren und rufen. Vielleicht merken Sie jetzt, mit wem sie es zu tun haben. Ja,  es hat geklappt. Der Angriff wird abgebrochen. Vielleicht auch aufgrund des Hinweises auf meine Berufstätigkeit, den ich ihnen zornig entgegenbrülle. 😉

Ein Hiker aus Norden. Sonst keine Menschenseele.
Abends, die Beine sind schwer, wieder ein schönes Camp mit Kojotengesängen ( zumindest nehme ich das an).

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Katzenwäsche und ab in den Schlafsack. Gute Nacht!

Eure Maria

Eure Maria

10 Kommentare

  1. Andrea

    Ah, toll 😀
    Kann mich gar nicht mehr dran erinnern, wo ich mein letztes schönes natur-mit-Zelt-Foto geschossen habe ^^
    Wie verhälst du dich bei diesen Schlangen? Stehen bleiben und warten, bis sie wegschlängelt? Schnaufi rufen und dich verteidigen lassen?

    • mariaelfe

      Du kannst es Dir ja mit Neuseeland noch überlegen!!! Schnaufi hat vor Aufregung noch stärker geschnauft und Flöckli ist fröhlich darüber hinweg gesprungen. Luftsprünge waren bei mir aufgrund der höheren Erdanziehung nicht möglich und so bin ich einfach einen Bogen gelaufen.

  2. Franz Burkhard

    Hallo Maria, das scheint ja ganz rund zu laufen bei Dir. Was macht frau eigentlich bei Klapperschlange, außer filmen? Wird die umgangen, oder haut die einfach ab wenn man einen Steinchen aus sicherer Entfernung wirft oder wie oder was? Das Exemplar sah ja schon streitlustig aus. In der christlichen Mythologie zertritt Maria der Schlange den Kopf. Wirst Du ja schon von Berufs wegen nicht tun, oder?

    Alles Gute weiter auf dem Weg, Franz Burkhard

    • mariaelfe

      😀 Es ist ja genug Platz, also weiche ich einfach aus, dann kann sie wieder ihres Weges schlängeln oder sich weiter sonnen.

  3. Ilse

    Es klapperte die Klapperschlang bis ihre Klapper schlapper klang …
    Weiterhin so schöne Nächte mt so berauschendem Himmelszelt.

  4. Anja

    OH Man, jetzt ärger doch die Fauna nicht so!
    Da ist sie kaum aufgebrochen, schon klappern sich die Schlangen schlapper und besorgte Muttertiere bangen um ihre Rangen…
    Also nee nee neee!
    So haben wir uns das mit dem Weltfrieden ja nun nicht vorgestellt!
    Alles Liebe!

    • mariaelfe

      Nein, das siehst Du völlig falsch! Die Klapperschlange hatte ich gebeten, schön für mich zu posieren und die Gruppe. ‚Cows in Motion‘ wollte mich gar nicht angreifen. Sie studierte eine Choreographie für einen neuen Tanz ein. Das hatte ich nur falsch verstanden.

  5. Frieda

    Hättest du nicht ein Stück des Weges mit dem Rad zurücklegen können? 🙂
    Bei der Klapperschlange fiel mir dein Hikername vom PCT ein. Hast du schon einen neuen Namen oder bleibt es bei Snake?
    Ich freu mich so über deine Berichte und die tollen Bilder!

    • mariaelfe

      Na ja, ich hatte auch kurz darüber nachgedacht, aber mit dem ganzen Sand, dann muss man ständig irgendwelche Weidezäune überklettern…. nee, lass mal.
      Ich bin erst mal unter meinem eigenen Namen gestartet. Mal sehen, was sich ergibt.

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