tag 59 02.06.12 (mi 1018,5) sonora pass/ highway 108

junge, junge, was für ein tag! (ich weiss, ich wiederhole mich) anstrengend, ja, aber nicht wegen der strecke ( die war heute sehr schön zu laufen. hat richtig spass gemacht),

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sondern wegen der länge und dem ’streß‘: 30,5 meilen, also rund 49 km!!! und ich lebe noch, mir geht’s gut, nur die knie spür ich heute etwas stärker.

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bei meile 20 war erst früher nachmittag und so entschloss ich mich, weiter richtung sonora pass aufzusteigen und weiter oben mein quartier aufzuschlagen.

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ha! denkste! keine möglichkeit für mein zeltchen, also weiter, weiter, immer weiter…. die berge dort waren kahl und bestanden quasi nur aus schotter.

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dann wurde es immer steiler, windiger, schneefelder und dieser verdammte schotter. ich hatte die hosen gestrichen voll! nicht dass ich mich hätte tot stürzen können, so steil war es nicht…aber der unsichere, ständig nachgebende grund, die weite freie sicht ins tal…ich hatte richtig höhenangst…UND DER WIND!!! ich dachte gleich fegt er mich in die ewigen jagdgründe. tausend und mehr tode bin ich gestorben! vom verstand her war mir klar, dass mir nichts passieren kann…aber das gefühl war ein ganz anderes.

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nicht nach links oder rechts schauen. immer geradeaus vor die eigenen füsse. einfach (ha!) schritt für schritt weiter. nicht dem drang folgen, auf allen vieren weiter zu krabbeln oder sich einfach an ort und stelle mit händen und füssen festzukrallen und gar nicht mehr zu bewegen bis ein holder prinz einen aus dieser situation befreit und vom berg trägt oder irgendwer auf die idee kommt hier einen lift zu ba uen. zum glück waren im schnee die spuren von franz und greg zu sehen, so dass ich nicht lange suchen musste. ab und zu hab‘ ich es gewagt mich umzusehen oder gar fotos zu schiessen. und das, was ich sehen konnte war sehr schön. aber die aufgrund der angst selbst verordneten scheuklappen und das gefühl, den halt zu verlieren, sobald ich mich umsehe oder gar die trekkingstöcke weglege um zu fotografieren, haben meine wahrnehmung und die freude an der landschaft doch sehr stark eingeschränkt.

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ich glaube die letzten meilen bin ich nahezu gerannt (so voller adrenalin auch kein wunder), nicht nach links oder rechts schauend, nur schnell runter vom berg um mein quartier aufzuschlagen bevor es dunkel wird. vielleicht noch franz und greg erwischen bevor ihr kumpel sie abholt und evtl. mit in den nächsten ort fahren können. nur runter von diesem berg ‚meines persönlichen grauens‘ . ich hatte echt schiß! und dann bin ich noch todesmutig hinter den spuren der beiden jungs einen abhang hinuntergeschlittert. sie wollten wohl abkürzen. mir war zu diesem zeitpunkt alles egal….runter da….ahhaahhhhaah…wenn der glenn pass schon steil war…wie soll ich diesen abhang noch beschreiben? nie wäre ich allein auf die idee gekommen diesen hang runter zu rutschen! aber so…hopp und runter, wie ein lemming hinter den anderen her. und es war eine mordsgaudi!!! ansonsten hab‘ ich heute mal wenigstens eine schöne bärenspur gefunden – wie immer ohne den dazu gehörenden meister petz.

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dann hab‘ ich heute die 1000ste meile passiert!

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ein taschenmesser gefunden und franz geschenkt. als ich mit todd unterwegs war hatte ich bereits zwei uhren gefunden. superteile mit höhenmesser, kompass usw. hat mein garmin aber auch. brauch ich nicht. todd freut sich! ab heute muss ich keine bärenbox mehr tragen. die ‚gefährdeten regionen‘ ( ha, da lach ich ja mal) sind nun vorbei und die box ist nicht mehr vorgeschrieben. also weg mit dem ding, zur post und heimgeschickt als andenken. so, mir ist kalt! ich pack mich jetzt schön ein und versuch mal den heutigen tag ‚zu verarbeiten‘. gute nacht!

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